Eindrücke aus dem Atelier von Hermann J. Kassel.
Barock-Kunstwerk soll nun von Fachmann gerettet werden

Verunglückte Restaurierung von Marien-Gemälde in Spanien

Der berühmte "Igel-Jesus" sowie Bemalungen mit Lipenstift und Eyeliner: In Spanien sind Fiaskos bei der Restaurierung von religiösen Kunstwerken zu einer traurigen Tradition geworden. Nun hat es ein Marien-Gemälde aus Valencia getroffen.

Valencia - 23.06.2020

Erneut ist es in Spanien zu einem Fiasko bei der Restaurierung eines religiösen Kunstwerks gekommen: Die Kopie eines berühmten Marien-Gemäldes des spanischen Barock-Künstlers Bartolomé Esteban Murillo gleicht einer unbeholfenen Malerei, nachdem ein anscheinend unfähiger Restaurator seine Arbeit getan hat. Der Besitzer des Bildes, das die Unbefleckte Empfängnis Mariens darstellt, zahlte eineauf die Instandsetzung von Möbeln spezialisierten Fachmann 1.200 Euro im Voraus als Lohn, wie spanische Medien am Montag berichteten. Doch von der Gemälde-Restaurierung scheint der beauftragte Handwerker wenig zu verstehen: Sein Auftraggeber, ein privater Sammler aus Valencia, war schon mit dem ersten Restaurierungsversuch unzufrieden und forderte eine Verbesserung, doch beim zweiten Mal war das Ergebnis nicht nur für ihn noch schockierender. Nun wurde laut Medienberichten ein ausgewiesener Spezialist für die Restauration von Gemälden damit beauftragt, das Kunstwerk zu retten. 

Bereits 2012 hatte die verunglückte Restaurierung eines Jesus-Freskos in der Kapelle des Ortes Borja in der Nähe der spanischen Stadt Zaragossa weltweit für Aufsehen gesorgt. Eine damals 80-jährige Amateurin hatte das Wandbild aus dem 19. Jahrhundert ausbessern wollen, die Jesus-Darstellung jedoch derart verändert, dass sie nach ihrem Aussehen von vielen als Affe oder Igel bezeichnet wurde. Ähnliche Vorkommnisse fanden in den vergangenen Jahren in Spanien wiederholt statt, etwa im Juni 2019, als eine jahrhundertealte Holzfigur des heiligen Georg entstellt wurde, oder die Restaurierung mehrerer Heiligenstatuen mit Lippenstift und Eyeliner im September 2018. (rom)