Alte Mainbrücke in Würzburg mit Blick auf das Rathaus und den Dom St. Kilian.
Strukturreform wird vor Ort weitegehend mitgetragen

Bistum Würzburg soll in 39 Pastorale Räume gegliedert werden

Die geplante Strukturreform im Bistum Würzburg nimmt Gestalt an: Bis Ende Oktober sollen laut der Diözese alle 39 geplanten Pastoralen Räume definiert sein. Bei den Katholiken vor Ort bestehe weitgehende Einigkeit.

Würzburg - 05.07.2020

Die geplante Strukturreform im Bistum Würzburg schreitet voran. Von den 39 geplanten Pastoralen Räumen besteht schon bei 33 eine weitgehende Einigung vor Ort, wie am Samstag bei einer außerordentlichen Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken bekannt wurde. Das oberste Laiengremium bewertete die leitenden Kriterien für die Räume mit großer Mehrheit als schlüssig und nachvollziehbar, wie die Pressestelle der Diözese berichtete. Bis zum Diözesanforum am 24. Oktober sollen demnach alle Einheiten definiert sein. "Wichtig ist, dass wir die neuen Strukturen dann auch mit Inhalten füllen", sagte Diözesanratsvorsitzende Michael Wolf.

Auch der Würzburger Bischof Franz Jung machte sich für die neuen räumlichen Strukturen stark. Sie würden gewährleisten, dass die Gläubigen vor Ort angesichts sinkender Zahlen beim pastoralen Personal mittelfristig hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger als Ansprechpartner hätten. "Ich hoffe, dass wir den Termin der offiziellen Festlegung im Oktober halten können. Zugleich bin ich mir aber bewusst, dass mit der jeweiligen geografischen Umschreibung nicht alle restlos zufrieden sein werden", erklärte der Bischof.

Bischof warnt vot finanziell schwierigeren Zeiten

Zugleich bereitete Jung die Delegierten auf finanziell schwierigere Zeiten vor. Er rechne in Folge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die viele Menschen durch die Corona-Pandemie hätten, mit einem weiteren Anstieg der Kirchenaustritte. Das werde zu spürbaren Ausfällen in der Kirchensteuer führen, so der Bischof. Der Diözesanrats-Vorsitzende sagte vor diesem Hintergrund, das Bistum werde sich in Zukunft keine Parallelstrukturen mehr leisten können, ebenso vermutlich ein einfaches Abdecken aller Arbeitsfelder. Die nötige Zielbeschreibung für das zukünftige Handeln müsse von einer breiten Basis im Dialog erarbeitet werden.

Die Versammlung des Diözesanrats fand wegen der Corona-Pandemie teilweise virtuell statt. So saßen rund 60 Delegierte auf zwei Räume verteilt im Würzburger Burkardushaus, die übrigen etwa 40 Teilnehmenden waren via Internet zugeschaltet. (KNA)