Zerstörte Friedhöfe großteils wieder hergerichtet

Gräbersegnungen und Martinsumzüge auch in Flutgebieten möglich

Aktualisiert am 30.10.2021  –  Lesedauer: 

Bonn/Trier  ‐ Bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden auch Kirchen und Friedhöfe zerstört. Nach umfangreichen Aufbaumaßnahmen sind Gräberbesuche und Martinsumzüge aber wieder möglich. Gerade jetzt seien gewohnte Rituale wichtig.

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Gräbersegnungen zu Allerheiligen und Umzüge zu Sankt Martin können in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vielerorts stattfinden. Während Martinsumzüge – auch wegen der Pandemie – oftmals in kleinerem Rahmen geplant sind, sollen Gräbersegnungen und Friedhofsbesuche zu Allerheiligen am Wochenende ohne große Beeinträchtigungen möglich sein, wie eine Umfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) ergab.

Im Ahrtal gebe es an Allerheiligen keine Einschränkungen, teilte das Bistum Trier mit. Auch auf dem von der Flut stark beschädigten Friedhof am Ahrtor in Bad Neuenahr-Ahrweiler sind Gräbersegnungen geplant, wie Pastor Heiko Marquardsen sagte. Die Tradition solle gerade in der aktuellen Lage fortgeführt werden. Der Friedhof wurde in wochenlanger Arbeit wieder hergerichtet. Nach Allerheiligen sollen dort laut Marquardsen auch wieder Beisetzungen möglich sein.

In Nordrhein-Westfalen war im Seelsorgebereich Swisttal eine Friedhofsmauer wegen der Flut eingefallen, wie Verwaltungsleiterin Simone Rath berichtete. Allerheiligen könne jedoch stattfinden. "Wir bemühen uns alle um eine gewisse Normalität", sagte Rath. Im Seelsorgebereich Erftstadt-Ville hätten zwei Friedhöfe etwa 30 Zentimeter unter Wasser gestanden, sagte Pfarrer Liviu Balascuti. Seit einigen Wochen seien sie wieder geöffnet. Die Friedhöfe in den ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Städten Wuppertal und Bad Münstereifel waren nicht oder nur stellenweise überschwemmt, wie Nachfragen ergaben.

Kleinere Martinsumzüge geplant – "ein Stück Normalität für Kinder"

Zu Sankt Martin fallen die Planungen in vielen Gemeinden in den Flutgebieten hingegen kleiner aus als gewohnt. Die großen Martinszüge um den 11. November herum seien in Swisttal zum Teil abgesagt, so Verwaltungsleiterin Rath. Stattdessen planten die katholischen Kitas kleinere Veranstaltungen, um zerstörte Straßen zu meiden. "Das wäre für die Kinder schlimm, das zu sehen."

Der Schützenplatz in Wuppertal-Beyenburg, auf dem traditionell zu Sankt Martin ein großes Feuer angezündet wird, steht derzeit mit Schutt und Containern voll, wie es aus der Pfarrei Sankt Maria Magdalena hieß. Sankt Martin besuche daher die Kinder in diesem Jahr in den Kitas und der Grundschule.

Auch im Ahrtal wollen viele Gemeinden, Vereine und Kitas Martinsumzüge in kleinerer Form anbieten. So sind beispielsweise in Ahrbrück, Antweiler, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Heimersheim, Hönningen, Müsch, Schuld und Dernau Umzüge geplant. Es gehe darum, "ein Stück Normalität für Kinder" nach der Flut aufkommen zu lassen, betonten einige Veranstalter. Die Katholische Kita gGmbH Koblenz teilte mit, Sankt Martin habe einen hohen Stellenwert in allen Einrichtungen, weshalb die Kitas auch in diesem Jahr je nach Möglichkeit Feiern und Umzüge planten. (KNA)