Telefonangebote, Online-Beratung, ehrenamtliche Hilfsaktionen

Wo sich einsame Menschen an Weihnachten melden können

Aktualisiert am 22.12.2021  –  Lesedauer: 
#jetzthoffnungschenken

Bonn ‐ Weihnachten: Das bedeutet für viele eine fröhliche Zeit mit der Familie. Doch nicht jeder hat Angehörige, mit denen er die Feiertage verbringen kann. Viele einsame Menschen fallen dadurch in ein emotionales Loch. Für sie hält die Kirche Angebote bereit – und jeder Einzelne kann etwas tun.

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Weihnachten ist das Fest der Familie. Diesen Eindruck vermittelt uns nicht nur die Werbung – schon in der biblischen Weihnachtserzählung ist die Heilige Familie gemeinsam unterwegs und kurz nach Weihnachten feiert die Kirche auch das Fest der Heiligen Familie. Doch nicht alle Menschen haben das Glück, Weihnachten im Kreis der eigenen Familie feiern zu können. Oft sind es Seniorinnen und Senioren, die nach dem Tod eines geliebten Menschen Weihnachten allein verbringen. Aber auch junge Menschen können durch einen Umzug oder die Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie gezwungen sein, in diesem Jahr auf Familienbesuche zu verzichten. Gerade in den eher ruhigen Stunden der Feiertage kann sich dann das Gefühl der Einsamkeit Bahn brechen. Auf unterschiedliche Weise versucht die Kirche, dem zu begegnen und Angebote für einsame Menschen zu schaffen.

Die von den beiden großen Kirchen gemeinsam organisierte Telefonseelsorge geht im zweiten Corona-Winter von einer schwierigen Weihnachtszeit für viele Menschen aus. Unter den Telefonnummern 0800 1110111 und 0800 1110222 sind an allen Feiertagen rund um die Uhr ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger erreichbar. Auch eine Kontaktaufnahme per E-Mail oder Chat ist möglich. Seelsorglichen Kontakt über E-Mail oder Chat bietet auch die Internetseelsorge an. Die Internetseelsorgerinnen und -seelsorger antworten hier zwar nicht unmittelbar, in der Folge können aber durchaus auch längere Konversationen und Begleitungen entstehen.

Beratung und Besuchsdienst per Chat und Telefon

Ähnliche regionale Gesprächsangebote gibt es über die Feiertage auch an verschiedenen Orten. So schaltet beispielsweise das Erzbistum Freiburg ab dem 24. Dezember bis zum 2. Januar ein Weihnachtstelefon für alle Menschen frei, die Einsamkeit, Überforderung oder Angst erfahren. Zwischen 16 und 22.30 Uhr stehen in dieser Zeit unter der Telefonnummer 0761-5144500 täglich Seelsorgerinnen und Seelsorger für Gespräche zur Verfügung.

Besonders an junge Menschen richtet sich die themenoffene Online-Beratung "Gemeinsam statt einsam" der Caritas. Hier antworten ehrenamtliche Gleichaltrige den jungen Menschen schriftlich auf ihre Nachrichten mit unterschiedlichen Anliegen und Problemen. Im Hintergrund sind hauptamtliche Fachleute der Caritas tätig. Gerade Seniorinnen und Senioren, die sich nicht nur an Weihnachten selbst, sondern grundsätzlich einsam fühlen, sich nach Gesprächen sehnen und denen Bezugspersonen in ihrem Leben fehlen, können sich an den Telefonbesuchsdienst der Malteser wenden.

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Neben solchen Angeboten gibt es aber auch verschiedene Möglichkeiten, wie sich jeder einzelne engagieren kann, um einsamen Menschen – nicht nur in der Weihnachtszeit – zu helfen. Auch wenn Zusammentreffen und Reisen wieder möglich sind und viele Einrichtungen beispielsweise für Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftige wieder Besucherinnen und Besucher erlauben, sind einige Menschen trotzdem weiterhin isoliert. Gerade sie freuen sich über Weihnachtskarten, Briefe oder einen Anruf. Was sich in der ersten akuten Phase der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie bewährt hat, kann auch jetzt fortgeführt werden.

Zahlreiche Städte haben zudem Angebote gerade für bedürftige Menschen in den Wintermonaten eingerichtet. So gibt es beispielsweise Weihnachtsessen für Menschen, die sich kein oder nur ein sehr karges Essen an den Weihnachtstagen leisten können. Kälte- oder Wärmebusse verteilen in vielen Städten zudem Tee, Suppe oder Kaffee und je nach Möglichkeit auch Decken, Jacken oder Schlafsäcke an obdachlose Menschen auf den Straßen. Auch hier können sich Menschen ehrenamtlich engagieren.

Wohlfahrtsverbände haben Ehrenamtsbörsen

Nicht nur rund um Weihnachten herum ist das wohl kostbarste Gut, das wir verschenken können, unsere Zeit. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Caritas, Diakonie und auch Malteser haben verschiedene Übersichtsseiten und Ehrenamtsbörsen, in denen Einrichtungen, Dienste, Verbände und Zentren aufgeführt werden, die ehrenamtliche Helfer suchen. Auch das örtliche Pfarrbüro kann vielleicht Auskunft darüber geben, wo man sich ehrenamtlich engagieren kann.

Ein solcher Einsatz kann einsamen und bedürftigen Menschen nicht nur an Weihnachten helfen, das emotionale Loch zu überwinden und Hoffnung zu schöpfen.

Von Christoph Brüwer

Aktion #jetzthoffnungschenken

Die Zahlen sind erschreckend: Jede vierte Person in Deutschland fühlt sich einsam. Und es sind nicht nur ältere Menschen betroffen. Einsamkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Dabei reichen oft nur kleine Gesten wie ein Lächeln, ein freundliches Wort, ein offenes Ohr oder etwas Zeit, um seinem Gegenüber Hoffnung zu schenken. Mit der Aktion #jetzthoffnungschenken will das Katholische Medienhaus in Bonn gemeinsam mit zahlreichen katholischen Bistümern, Hilfswerken, Verbänden und Orden im Advent 2021 einen Beitrag gegen Einsamkeit leisten. Erfahren Sie mehr auf jetzthoffnungschenken.de.