Liturgiepräfekt betont Bedeutung der Messe für Einheit

Roche: Mehrheit der Bischöfe steht hinter Traditionis Custodes

Aktualisiert am 25.01.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Das Ziel der Einschränkung der Feier der "Alten Messe" ist die Einheit der Kirche: Das betont der Präfekt der Liturgiekongregation, Erzbischof Arthur Roche, nun erneut. Die Mehrheit der Bischöfe und Laien sieht er dabei hinter sich und dem Papst.

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Die Mehrheit der Bischöfe stehen nach Ansicht des Präfekten der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Arthur Roche, hinter der Entscheidung des Papstes, die Alte Messe einzuschränken. Gegenüber der Nachrichtenagentur "Catholic News Service" sagte Roche am Wochenende, dass die meisten Bischöfe "den Ruf des Papstes zur Rückkehr zum Konzil und zur Einheit der Kirche mit offenen Armen" begrüßt hätten. Trotz des "Wutgeschreis in den Blogs" sei er überzeugt, dass in der lateinischen Kirche die meisten Bischöfe und Laien die Bedeutung, gemeinsam die Eucharistie mit derselben Messform zu feiern, verstehen.

Er habe aber auch Verständnis dafür, dass Menschen die Frage nach der Form des Gebets leidenschaftlich betrachten. "Die Eucharistie ist im Herzen dessen, was wir als Katholiken sind. Wir bringen alles in die Eucharistie mit und empfangen aus ihr alles, was wir brauchen, um zu leben und Zeuge für Christus in der Welt zu sein", so der Präfekt. Wichtig sei dabei, dass die Messe nicht einfach nur eine Sache persönlicher Vorlieben und Geschmäcker sei, sondern reflektieren muss, was die Kirche ist und glaubt: "Zu den Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind, gehört, dass wir in einer sehr individualistischen Welt leben, einer sehr relativistischen Welt, in der die individuellen Vorlieben über dem Gemeinwohl und dem gemeinsamen Ausdruck stehen." Um Relativismus und Individualismus zu überwinden, brauche es die Anerkennung der Bischöfe in Gemeinschaft mit dem Papst, der Dienst an der Einheit der Kirche, die gemeinsame Feier der Eucharistie und das gemeinsame Gebet.

Keine liturgische, sondern ekklesiologische Frage

Roche betonte, dass die Unterschiede zwischen der Liturgie vor und nach der Liturgiereform im Zuge des Zweiten Vatikanums nicht nur Äußerlichkeiten wie die Verwendung der lateinischen Sprache, Gesang, Stille und die Zelebrationsrichtung seien. Die gegenwärtige Form der Messe mit ihrer größeren Auswahl an Gebeten und Schriftlesungen spiegle das Selbstverständnis der Kirche als Volk Gottes besser wieder. Das Beharren auf einer Überlegenheit der alten Messform sei daher grundsätzlich kein liturgisches, sondern ein ekklesiologisches Problem.

Papst Franziskus hatte im vergangenen Juli mit dem Motu proprio "Traditionis custodes" die Feier der Messe in der Form des Messbuchs von 1962 deutlich eingeschränkt. Mit einer Liste von Antworten hatte die Gottesdienstkongregation im Dezember die Auslegung der neuen Regelungen noch einmal deutlich verschärft. Der Papst hatte als Grund Tendenzen angegeben, mit der Feier der Messe in ihrer alten Form die Legitimität des Zweiten Vatikanischen Konzils zu untergraben: "Immer deutlicher wird in den Worten und Haltungen vieler der enge Zusammenhang zwischen der Wahl der Zelebrationen nach den liturgischen Büchern vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Ablehnung der Kirche und ihrer Institutionen im Namen dessen, was man die 'wahre Kirche' nennt", hieß es im Begleitschreiben zum Motu proprio. (fxn)