Diözesanrat bündelte Eingaben für weltweiten synodalen Prozess

Rückmeldung zur Weltsynode: Bistum Münster für mehr Laien-Mitwirkung

Aktualisiert am 02.04.2022  –  Lesedauer: 

Münster ‐ Alle Ortskirchen sollen sich nach dem Wunsch von Papst Franziskus am weltweiten synodalen Prozess beteiligen. Der Diözesanrat im Bistum Münster hat jetzt die Rückmeldungen der Gläubigen gebündelt – und erste Ergebnisse verraten.

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Die oberste Laienvertretung des Bistums Münster hat sich mit kirchlichen Reformvorschlägen an Papst Franziskus gewandt. Der Diözesanrat bündelte Rückmeldungen von Gläubigen zum weltweiten Synodalen Weg über die Zukunft der Kirche und überreichte die Zusammenfassung an Bischof Felix Genn zur Weitergabe an den Vatikan, wie das Bistum Münster am Samstag mitteilte. Zu den zentralen Voten zählten mehr Mitwirkungsrechte für Laien und weniger Macht für Priester, die Schaffung von Dialogforen, mehr Geschlechtergerechtigkeit, Zulassen von mehr Vielfalt, keine Ausgrenzungen mehr und weniger Hindernisse für die Ökumene.

Weiter sprachen sich Katholiken des Bistums dafür aus, die künftigen pastoralen Räume weniger von den Strukturen und mehr von den Menschen und ihren Bedürfnissen her aufzubauen. Zudem wurde die Nutzung zeitgemäßer Kommunikationswege und eine Überprüfung der Gremienstruktur auf allen kirchlichen Ebenen gefordert.

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Der Diözesanrat überreichte Genn die Rückmeldungen in seiner letzten Sitzung der laufenden Legislaturperiode. Der Bischof dankte dem Gremium für seine Arbeit: "Ich nehme sehr viel aus diesen Sitzungen mit, und vieles von dem, was ich tue und entscheide, bekommt dadurch eine andere und eigene Akzentuierung."

Papst Franziskus hatte im Oktober den weltweiten synodalen Prozess eröffnet, einen auf gut zwei Jahre angelegten mehrstufigen Dialog. Die von ihm formulierten Fragen sollen zunächst auf Ortsebene behandelt werden. Die Zusammenfassungen der Konsultationen sollten ursprünglich bis Ende März nach Rom gesandt werden. Zwischenzeitlich wurde diese Frist jedoch bis Mitte August verlängert

Auf die Abgabe der Zusammenfassungen folgt ein Prozess auf Kontinentalebene, der dann in eine Versammlung der Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom münden soll. Die Synode soll über die gesammelten Themen beraten und Reformvorschläge an den Papst formulieren. Parallel läuft in Deutschland auch ein breit angelegter, von den deutschen Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ins Leben gerufener Reformprozess, der Synodale Weg. (cbr/KNA)