Pontifex bei Malta-Reise erstmals per Lift in Flugzeug gehoben

Papst Franziskus: Meine Gesundheit ist launenhaft

Aktualisiert am 04.04.2022  –  Lesedauer: 

Rom ‐ Wie steht es um die Gesundheit des Papstes? Wie sind die Chancen einer Reise von Franziskus in die Ukraine? Und gibt es vatikanische Geheimgespräche mit Russland? Dazu äußerte sich der Pontifex auf seinem Rückflug von Malta.

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Der Gesundheitszustand von Papst Franziskus ist nach eigenen Angaben schwankend. "Meine Gesundheit hat so ihre Launen", sagte der 85-Jährige am Sonntagabend auf dem Rückflug von seiner Reise nach Malta. "Ich habe Probleme mit dem Knie, und das führt in der Folge zu Problemen beim Gehen. Das ist ermüdend, aber es wird besser", so der Papst weiter, der bei dieser zweitägigen Reise erstmals per Lift in das Flugzeug gehoben wurde.

"Wenigstens kann ich gehen, vor zwei Wochen ging das noch nicht", so der Papst. Aber es sei eine langsame Angelegenheit. Er hoffe, dass es nun vorangehe und nicht zurück. "Aber in meinem Alter weiß man nicht, wie es ausgeht. Hoffen wir, dass es gut ausgeht." Wegen der Gehbeschwerden konnte der Papst bei der Messe am Sonntag in Malta den Ein- und Auszug mit anderen Bischöfen nicht mitgehen, sondern begab sich direkt auf die Altarbühne.

Weiter bekräftigte Franziskus, gerne in die Ukraine reisen zu wollen. "Die Bereitschaft ist immer da, es gibt kein Nein. Ich stehe zur Verfügung", so der 85-Jährige. Die Frage sei, ob solch eine Reise sinnvoll wäre. "Oder muss man sie tun?", gab der Papst zu bedenken. Er sei bereit alles Mögliche zu tun und auch der Heilige Stuhl unternehme alles, was möglich sei.

Letztes Gespräch mit Putin

"Der Heilige Stuhl kann nicht alles veröffentlichen, was er tut, aus Vorsicht und Zurückhaltung", so Franziskus weiter. Eine weitere Möglichkeit sei eine Reise nach Polen, um dort ukrainische Flüchtlinge zu treffen. Hierüber habe Franziskus mit Kardinal Konrad Krajewski nach dessen Reisen an die polnisch-ukrainische Grenze gesprochen. Und auch an einem Treffen mit dem orthodoxen Patriarchen Kyrill I. werde gearbeitet, voraussichtlich im Nahen Osten.

Mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der Papst nach eigenen Angaben seit Beginn des Krieges nicht gesprochen. "Was ich den Autoritäten an allen Stellen gesagt habe, wurde öffentlich gemacht", sagte Franziskus. Das letzte Mal habe er im Dezember zu seinem 85. Geburtstag mit dem russischen Präsidenten telefoniert. Sehr wohl habe es aber zwei Telefonate mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegeben. Und er sei zum russischen Botschafter beim Heiligen Stuhl gefahren, "um ihm Fragen zu stellen und meine Sichtweise zu schildern". "Das sind die offiziellen Kontakte, die ich gehabt habe", so der Papst. Auch wenn die vatikanische Diplomatie nicht alles offenlege könne, gebe es bei ihm keine "Doppelzüngigkeit".

Er beklagte, dass im Denken weiterhin ein "Schema des Krieges" vorherrsche. Auch das Argument der Verteidigung und die Forderung nach Waffen fielen in dieses Schema, so Franziskus weiter. Jeder Krieg sei ungerecht. Auch wenn immer wieder Fragen zu "gerechten und ungerechten Kriegen" aufkämen. Zugleich berichtete der Papst, dass er in Kontakt sei mit Personen in der Ukraine, darunter mit einer Vatikanjournalistin. Und er erinnerte an die im Krieg getöteten Journalisten. "Vergessen wir sie nicht. Sie waren sehr mutig", so der 85-Jährige. (tmg/KNA)