Zeremonie am 9. Oktober

Papst Franziskus ordnet zwei Heiligsprechungen an

Aktualisiert am 28.08.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Giovanni Battista Scalabrini und Artemide Zatti werden in Italien und Südamerika verehrt: Der eine als Begründer der Emigrantenseelsorge, der andere für seinen Einsatz für Kranke. Nun hat der Papst ihre Heiligsprechung endgültig auf den Weg gebracht.

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Papst Franziskus hat die Heiligsprechung von zwei in Italien und Lateinamerika sehr verehrten Ordensmännern abschließend auf den Weg gebracht. Bei einer Zeremonie im Petersdom ordnete er am Samstagnachmittag an, dass der italienische Bischof und Auswandererseelsorger Giovanni Battista Scalabrini (1839-1905) und der italo-argentinische Laienbruder Artemide Zatti (1180-1951) heiliggesprochen werden sollen. Die Feier soll am 9. Oktober stattfinden.

Die von Scalabrini gegründeten Ordensgemeinschaften sind bis heute in der Auswandererseelsorge aktiv. Papst Franziskus stammt selbst aus einer ursprünglich italienischen Familie, die in den 1930er Jahren nach Argentinien auswanderte. Artemide Zatti, der in Argentinien als "heiliger Krankenpfleger von Patagonien" bekannt ist, war 2002 seliggesprochen worden. Im April erkannte Papst Franziskus ein Wunder an, das auf Zattis Fürsprache erfolgte.

Weltweite Verehrung

Die Heiligsprechung in der katholischen Kirche ist eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und über dessen endgültige Aufnahme bei Gott. Nach dieser Kanonisation, die im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen wird, darf die betreffende Person weltweit verehrt werden.

Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess über mehrere Instanzen voraus, dessen Grundzüge auf das 18. Jahrhundert zurückgehen. Dabei muss nachgewiesen werden, dass auf Fürsprache des Gestorbenen ein wissenschaftlich unerklärliches Wunder geschehen ist. Bei Märtyrern, die wegen "Hass auf den Glauben" ermordet wurden, wird auf einen gesonderten Nachweis eines nach dem Tod gewirkten Wunders verzichtet. Dem Papst steht es auch frei, Persönlichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Nachweis eines Wunders heiligzusprechen. (mal/KNA)