Nach Aufruf an Betroffene vom Mittwoch – Erzbistum räumt Fehler ein

Bamberg: Missbrauchsvorwürfe gegen Priester viel länger aktenkundig

Aktualisiert am 23.09.2022  –  Lesedauer: 

Bamberg ‐ Am Mittwoch hatte das Erzbistum Bamberg Missbrauchsbetroffene eines Priesters aufgerufen, sich zu melden. Erste Vorwürfe habe es kurz nach seinem Tod 2006 gegeben, hieß es. Doch nun wurde bekannt: Schon 1963 waren Anschuldigungen bekannt.

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Das Erzbistum Bamberg hat schon deutlich früher als bisher angegeben von Missbrauchsvorwürfen gegen einen mittlerweile verstorbenen Priester gewusst. Diese seien bereits im Jahr 1963 aktenkundig gewesen, teilte das Erzbistum am Freitag mit. Kommende Woche wolle man sich ausführlich zu dem Fall äußern. Erzbischof Ludwig Schick bat alle Betroffenen um Vergebung, weil ihnen Schlimmes geschehen sei. Er räume ein Versagen der Bistumsleitung ein, heißt es weiter. Auch dafür bitte er um Vergebung, so Schick.

Am Mittwoch hatte das Erzbistum dazu aufgerufen, dass sich mögliche Betroffene des Priesters melden, der 25 Jahre lang in einer Gemeinde im Frankenwald tätig war. In der Mitteilung hieß es, 2006 habe es erste Vorwürfe gegen den Geistlichen gegeben. Damals sei er bereits verstorben gewesen. In der Folge habe die Erzdiözese Anerkennungsleistungen und Therapiekosten gezahlt. Derzeit seien insgesamt fünf Betroffene in Nürnberg und in dem Ort im Frankenwald aktenkundig, sagte ein Sprecher des Erzbistums am Freitag auf Anfrage. Nach dem Aufruf vom Mittwoch habe sich eine weitere Person gemeldet. (KNA)