Missbrauchsbetroffene fordern von der katholischen Kirche in Deutschland eine Gesamtauswertung der regionalen Aufarbeitungsstudien. "Die Einzelergebnisse der Bistümer sind nicht vergleichbar", sagte der Sprecher der Betroffenen-Initiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, am Montag in Fulda. Es fehle ein Gesamtüberblick, aus dem Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.
Vor Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) präsentierte Simeon Breuer vom "Eckigen Tisch" erste Ergebnisse einer Umfrage unter 250 Betroffenen sexualisierter Gewalt in der Kirche. "Die große Mehrheit der Betroffenen fühlt sich nicht ernst genommen", sagte Breuer. Viele würden nicht angemessen entschädigt.
Das seit 2021 bestehende Verfahren der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) soll Betroffenen eine außergerichtliche Entschädigung ermöglichen. Die Erwartungen an die UKA seien aber nicht erfüllt worden, kritisierten Katsch und Breuer. Viele Betroffene scheuten den Gang vor ein Gericht – unter anderem, weil Bistümer auf Verjährung pochen könnten. Die Bischöfe sollten daher verbindlich zusagen, auf die Einrede der Verjährung zu verzichten. (KNA)