Nach der Katastrophe
Vor dem Hintergrund der Katastrophe ist zudem eine Debatte über Brandschutzvorkehrungen in Behinderteneinrichtungen entstanden. Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung hält diese für unzureichend. Stiftungsvorstand Eugen Brysch forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag), die Einrichtungen innerhalb der nächsten vier Jahre mit selbsttätigen Sprinkleranlagen auszurüsten.
Derweil sagte Rainer Gantert vom Caritasverband Freiburg-Stadt am Montagabend gegenüber der ARD, er gehe nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass in der Einrichtung alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen ordnungsgemäß berücksichtigt worden seien. Man sei schockiert über die Katastrophe und danke den Rettungskräften, die eine "großartige schwere Arbeit geleistet" hätten. Gantert drückte auch den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Man schließe sie in das Gebet ein.
14 Menschen sterben
Bei dem Feuer waren am Montagnachmittag 14 Personen ums Leben gekommen und mehrere weitere verletzt worden. Wie die Polizeidirektion Freiburg mitteilte, war das Feuer gegen 14 Uhr im Dachgeschoss der Einrichtung in der Straße "Im Bildstöckle" im Stadtteil Neustadt ausgebrochen.Die Feuerwehr, die mit mehreren Löschzügen und schwerem Gerät vor Ort war, hatte den Brand schnell gelöscht. Die Ursache des Unglücks ist nach Angaben der Polizei bislang unklar. Vermutet wird, dass es in einem Lagerraum der Werkstatt zu einer Explosion gekommen ist. Vor Ort betreuten Notfallseelsorger und Psychologen die Angehörigen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich vor Ort erschüttert über den Brand: "In Gedanken bin ich bei den Opfern, und mein tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Ganz Baden-Württemberg trauert mit ihnen." Auch der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, äußerte sein Entsetzen über den Brand. "Mein Beileid und mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen", sagte Neher. "Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort werden gemeinsam mit Fachleuten alles tun, die Ursache für diese Katastrophe herauszufinden."
Erzbischof Zollitsch betet für Opfer und Angehörige
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zeigte sich ebenfalls bestürzt. "Wir beten für die Opfer, ihre Angehörigen und Freunde sowie für alle Rettungskräfte. Auch den Menschen, die bei der Feuerkatastrophe verletzt wurden, gelten unsere mitfühlenden Gedanken", erklärte er am Montagabend.
Der für die Caritasarbeit im Erzbistum Freiburg zuständige Weihbischof Bernd Uhl betete am Montagabend bei einem Gottesdienst im Freiburger Münster für die Opfer der Brandkatastrophe. Zuvor war Uhl mit Verantwortlichen des Caritasverbandes Freiburg-Stadt an den Unglücksort gereist, um den Angehörigen ihre Anteilnahme auszusprechen, den Verletzten die besten Genesungswünsche zu übermitteln und den Rettungskräften für ihren schwierigen Einsatz zu danken, teilte die Erzdiözese mit.
Einrichtung für 120 Behinderte
In der Einrichtung der Caritas arbeiteten etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Zu ihren Aufgaben gehörte die Verarbeitung von Metall und Holz. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich rund 100 Personen in dem betroffenen Gebäude aufgehalten haben. (mir/stz/gho)