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Hilfswerke starten Aktion "Steilpass" für soziale Gerechtigkeit in Brasilien

Eine WM auf Kosten des Volkes

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Köln - Ob Schauspielerin Eva Habermann, Kabarettist Frank Goosen oder Bischof Franz-Josef Overbeck: Sie alle kämpfen mit katholischen Hilfswerken und Verbänden für mehr soziale Gerechtigkeit in Brasilien. "Steilpass. 11 Freunde für Fairness und Gerechtigkeit" heißt die Aktion, die aus Anlass der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) am Montag in Köln vorgestellt wurde. Der "Anstoß" fand natürlich auf dem Fußballplatz statt.

Das Aktionsbündnis aus dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, dem Sportverband DJK, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) und Kolping International fordert dafür die Einhaltung von zehn Regeln für ein "Fairplay für alle" (siehe unten). Die Forderungen sind als Petition formuliert, die im Vorfeld der WM an die brasilianische Regierung übergeben wird. Unterschriftenlisten können bestellt oder die Petition online unterschrieben werden.

Papst Franziskus: "Gebt den armen Menschen mit dem Fußball Hoffnung!"

"Es kann nicht sein, dass eine Riesenparty veranstaltet wird und die allermeisten Menschen in Brasilien nichts, gar nichts davon haben", betonte DJK-Sportpfarrer Thomas Nonte. Viele sportliche Großveranstaltungen fänden zurzeit in einem Umfeld statt, in dem "Menschenrechte nicht beachtet werden, die Umwelt zerstört wird oder die Diskrepanz zwischen schreiender Armut hier und Glamourwelt unerträglich ist".

Er liebe den Sport, so Nonte, und wolle anlässlich der WM in Brasilien dem Aufruf von Papst Franziskus folgen: "Gebt den armen Menschen mit dem Fußball Hoffnung!" Die Aktion "Steilpass" biete dafür eine großartige Gelegenheit. "Wir wollen mit den Brasilianern feiern und die Fußballspiele genießen. Wir wollen aber auch gemeinsam mit ihnen für mehr soziale Gerechtigkeit eintreten", erklärt der Sportpfarrer.

Vor allem die Demonstrationen am Rande des "Confederations Cup" im vergangenen Jahr haben die Unzufriedenheit der Bevölkerung verdeutlicht. Hunderttausende waren gegen Korruption, für eine bessere Bildungs- und Gesundheitspolitik sowie gegen überhöhte Ausgaben für Sportereignisse auf die Straße gegangen. "Die Schere zwischen Reich und Arm ist nirgends so groß wie in Brasilien", sagte Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens. "Weil wir um die Ungleichheit und die Not der Armen wissen, unterstützen wir die Forderungen unserer Partner in Brasilien."

Schauspielerin Habermann gegen Armut, Not und fehlende Bildungsmöglichkeiten

Schauspielerin Eva Habermann rief dazu auf, sich insbesondere gegen Armut, Not und fehlende Bildungsmöglichkeiten einzusetzen. Außerdem müssten Kinder und Jugendliche besser vor Gewalt geschützt werden: "Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben und auf einen ungehinderten Zugang zu Bildungsangeboten!" Adveniat baue keine großen Stadien, sondern helfe vor Ort, bei den Menschen, die in Not sind, mit kleinen, effektiven Projekten, sagte die Schauspielerin.

Zum Team der "11 Freunde für Fairness und Gerechtigkeit" gehören neben Eva Habermann auch der "Tatort"- Schauspieler Joe Bausch, der Vorsitzende der Brasilianischen Bischofskonferenz Kardinal Raymundo Damasceno Assis, der Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Thomas Dörflinger, ZdK-Präsident Alois Glück, Kabarettist und Autor Frank Goosen, Schauspieler Peter Lohmeyer, der Präsident des DJK-Sportverbands Volker Monnerjahn, Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck, die KAB-Bundesvorsitzende Regina-Dolores Stieler-Hinz und KLJB-Bundesseelsorger Daniel Steiger.

Von Björn Odendahl

Die 10 Forderungen der Aktion

Das Aktionsbündnis "Steilpass" fordert, gemeinsam mit der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und der Brasilianischen Ordenskonferenz (CRB), die Einhaltung von zehn Regeln für ein Fairplay für alle. Zu jeder Regel gibt es ein eigenes Video. Ein Klick auf die jeweilige Regel genügt: 1) Menschenwürdige Arbeit für alle schaffen 2) Zugang zu ganzheitlicher Bildung erwirken 3) Demokratische Kontrolle der Justiz garantieren 4) Gerechte Land- und Agrarreform umsetzen 5) Demokratische Kontrolle der Medien einführen 6) Jugend fördern und vor Gewalt schützen 7) Kulturelle Vielfalt der Völker bewahren 8) Korruption bekämpfen und Transparenz schaffen 9) Zivilgesellschaftliches Engagement unterstützen 10) Gesundheitsversorgung für alle gewährleisten

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