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Kardinal Marx zu Papstwahl und Kurienreform

"Ein Fingerzeig des Heiligen Geistes"

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Kardinal Reinhard Marx.
Vatikanstadt - Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Wahl von Papst Franziskus als "Fingerzeig des Heiligen Geistes" bezeichnet. Er sei immer mehr der Überzeugung, "dass uns Gott diesen Papst geschenkt hat" sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag in einem Interview mit "Radio Vatikan".

Auch in den Pfarreien spüre er gegenüber dem neuen Kirchenoberhaupt einen großen Zuspruch und eine positive Grundstimmung. Zugleich warnte Marx vor zu großen Erwartungen an Franziskus: "Ein Papst kann auch nicht die Kirche neu erfinden".

In dem Interview äußerte sich Marx auch zu seiner Berufung in die vom Papst gegründete Kommission zur Reform der römischen Kurie. Er fühle "sich in gewisser Weise geehrt", in das Gremium berufen worden zu sein, so der Erzbischof. Aufgabe der mit acht Kardinälen besetzten Kommission ist es, Franziskus zu beraten und Vorschläge für die Neuordnung der Kirchenverwaltung zu erarbeiten. Das erste Treffen der Gruppe ist für Anfang Oktober geplant. Die Berufung der Kommission bezeichnete Marx als Zeichen, dass sich Franziskus eine universalkirchliche Beratung wünsche. "Das finde ich ist ein positives Zeichen", so der Kardinal.

Leitungserfahrung als Grund für Berufung?

Als mögliche Gründe für seine Berufung in die Kommission nannte Marx seine Leitungserfahrung als Ortsbischof. So seien in das Gremium Bischöfe aus großen Diözesen berufen worden, die "eine gewisse Verwaltungserfahrung" hätten. Darüber hinaus habe Franziskus bei der Besetzung offensichtlich die Vielfalt der Ortskirchen und der Kontinente darstellen wollen.

Neben Marx gehören der Kommission unter anderem der italienische Kurienkardinal Giuseppe Bertello, der Erzbischof von Boston, Sean Patrick O'Malley, der Kongolese Laurent Monsengwo Pasinya und Kardinal George Pell, Erzbischof von Sydney, an. Koordinator der Gruppe ist der honduranische Kardinal Oscar Andres Maradiaga Rodriguez.

"Wir müssen dem Papst helfen"

Die Mitarbeit in der Kommission bezeichnete Marx mit Blick auf Papst Franziskus als Verpflichtung: "Wir sind Kardinäle, wir haben ihn gewählt, jetzt müssen wir auch bereit sein, ihm zu helfen." Die Einberufung des Gremiums habe ihn zudem nicht überrascht, betonte der Erzbischof. So seien eine Reform der Kurie und eine stärkere Einbindung der Ortskirchen bereits bei den Beratungen der Kardinäle vor dem Konklave zur Wahl des neuen Papstes thematisiert worden. Überrascht habe ihn lediglich, dass das Gremium so schnell berufen worden sei, sagte Marx.

Einen genauen Plan für die Arbeit der Kommission gibt es nach Angaben von Marx noch nicht. "Man wird sicher überlegen müssen, das Projekt noch genauer zu definieren, aber das ist noch nicht erfolgt", so der Kardinal wörtlich. Der Papst habe zunächst deutlich machen wollen, dass er eine Reform der Kurie und eine stärkere Einbindung der Weltkirche anstrebe. Dies nehme er als Signal auf, "aber weitere Schritte sind noch nicht überlegt", sagte Marx. (stz)

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