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Papst Franziskus trifft wichtige Personalentscheidungen

Das Kurienkarussell dreht sich

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Vatikanstadt - Papst Franziskus hat am Wochenende weitere wichtige Personalentscheidungen getroffen. Nachdem er bereits vor drei Wochen Erzbischof Pietro Parolin zum künftigen vatikanischen Staatsekretär ernannt hatte, folgten am Samstag mehrere Neu- und Umbesetzungen in der römischen Kurie. Für die Deutschen interessant sind zwei Entscheidungen: Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller (65) behält seinen Posten als Präfekt der Glaubenskongregation – er wurde bestätigt.

Außerdem ernannte Franziskus einen neuen Nuntius für Deutschland, der Erzbischof Jean-Claude Perisset (74) ablöst. Es handelt sich um den aus Kroatien stammenden Kurienerzbischof Nikola Eterovic (62), der dafür den Posten als Generalsekretär der Weltbischofssynode verlässt.

Der Papst löste Kardinal Mauro Piacenza (69) als Präfekt der Kleruskongregration ab; eine Entscheidung, über die schon länger spekuliert wurde: Er gilt als enger Gefolgsmann des scheidenden Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone, der am 15. Oktober von Parolin abgelöst wird. Piacenza wurde nun an die Spitze der Apostolischen Pönitentiarie berufen, einem der höchsten Gerichtshöfe der katholischen Kirche. Dies ist zwar ein ehrenvoller, aber weniger einflussreicher Posten; der Pönitentiarie obliegt unter anderem die Erteilung von Ablässen. Der Posten des Großpönitentiars wurde frei, weil der bisherige Amtsinhaber, der portugiesische Kardinal Manuel Monteiro de Castro (75) in den Ruhestand trat. Es ist das erste Mal, dass der Papst den Präfekten einer Kongregation - die einflussreichste Position nach dem Kardinalstaatssekretär - auswechselt.

Wieder ein Diplomat auf einflussreichem Posten

Die Kleruskongregation ist als eine Art Personalabteilung für einen Großteil der rund 280.000 katholischen Weltpriester zuständig. Neuer Amtsinhaber der Kurienbehörde wird Beniamino Stella (72), bislang Leiter der vatikanischen Diplomatenschule. Auffällig ist, dass er – wie Parolin – Diplomat ist. Stella hatte sich von 1992 bis 1999 auf einem besonders heiklen Außenposten bewährt, als er den Heiligen Stuhl als päpstlicher Botschafter in Kuba vertrat. Der Norditaliener bereitete den historischen Besuch von Johannes Paul II. (1978-2005) in dem kommunistischen Land im Jahr 1998 vor. Sein Nachfolger als Präsident der Päpstlichen Diplomatenakademie wird Giampiero Gloder, der gleichzeitig zum Apostolischen Nuntius ernannt wurde.

Kardinal Mauro Piancenza.
Kardinal Mauro Piancenza.

In seinem bisherigen Job war Stella weit genug vom Vatikan entfernt, um nicht "Teil des Systems" zu sein. Die "Pontificia Accademia Ecclesiastica" liegt in der römischen Innenstadt unweit des Pantheons. Piacenza wiederum hat sich mit seinem Wirken an der Kurie nicht nur Freunde gemacht. Kardinal Claudio Hummes, ein enger Freund Franziskus, war einige Zeit Vorgesetzter von Piacenza und dürfte den Papst darüber informiert haben. Außerdem werden seine sehr stark auf Frömmigkeit und kultische Handlung fixierten Vorstellungen von einem Geistlichen nicht recht zu Franziskus Kirche für die Armen gepasst haben.

Eine weitere Personalie erscheint vor dem Hintergrund des jüngst veröffentlichten Interviews besonderer Bedeutung: Der Papst ernannte Erzbischof Lorenzo Baldisseri (73) zum neuen Generalsekretär der Weltbischofssynode. Baldisseri ist somit Nachfolger Eterovic, der nach Berlin wechselt. Franziskus hatte schon früher angekündigt, dass er diese Bischofsversammlungen als kollegiales Gremium zur Leitung der Weltkirche stärken wolle.

In dem am Donnerstag veröffentlichen Gespräch mit der jesuitischen Zeitschrift "Civilta Cattolica", sagte der Papst, dass Bischofssynoden und Kardinalsversammlungen weniger steif organisiert werden müssten und stellte er eine größere Offenheit und Freiheit der Beratungen in Aussicht. Diesen Wunsch des Papstes zu erfüllen, wird Baldisseris Aufgabe sein. Dass der Italiener etwas von Organisation versteht, hat er als Sekretär des Konklaves bewiesen.

Müller: Eine Nicht-Bestätigung stand nicht zur Diskussion

Bestätigt im Amt wurde neben Müller der Präfekt der vatikanischen Missionskongregation, Kardinal Fernando Filoni. Mit diesem einflussreichen Amt ist die Verantwortung die Ortskirchen in den ehemaligen Missionsgebieten in Afrika und Teilen Asiens verbunden. In der Glaubenskongregation wurden auch alle weiteren Mitarbeiter bestätigt: Der Jesuit Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer bleibt Sekretär, also zweiter Mann.

Franziskus ernannte Erzbischof Joseph Augustine Di Noia zum neu geschaffenen Amt des "beigeordneten Sekretärs". Bislang war Di Noia stellvertretender Vorsitzender der Kommission "Eccleisa Dei", die für den Dialog mit den Traditionalisten zuständig ist. Nach seiner Bestätigung sagte Müller, dass diese schon länger festgestanden habe. "Normalerweise werden die Präfekten bei einem Papstwechsel immer bestätigt, mit ein paar Ausnahmen, aber bei mir stand das nicht zur Diskussion", so der ehemalige Regensburger Bischof gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Von Agathe Lukassek (mit Material von KNA)

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