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"Reporter ohne Grenzen" stellen zweiten Teil der Jahresbilanz vor

110 getötete Journalisten im Jahr 2015

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Kerzen brennen in roten Plastikbehältern in einer Kirche.
Berlin - Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat den zweiten Teil ihres Jahresberichts vorgestellt. Demnach wurden im vergangenen Jahr über 100 Journalisten getötet. Dazu zählen auch die Opfer des Anschlags auf "Charlie Hebdo".

Bereits zuvor hatte ROG mitgeteilt, dass derzeit weitere 54 Berichterstatter entführt und 153 inhaftiert worden seien. Nach den Worten von ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert zeigen die Zahlen, "dass bislang alle internationalen Bemühungen ins Leere laufen, gezielte Gewalt gegen Journalisten zurückzudrängen".

Die weltweit gefährlichsten Länder für Journalisten waren 2015 der Irak und Syrien: Dort wurden jeweils mindestens neun Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. Dennoch ist laut ROG eher der Anschlag auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris charakteristisch für die globale Entwicklung: Fast zwei Drittel der weltweit getöteten Journalisten starben demnach in diesem Jahr außerhalb kriegerischer Konflikte. In 43 Fällen seien die Motive für die Taten bislang nicht eindeutig zu klären.

ROG fordern UN-Sonderbeauftragten

Um gefährdete Reporter besser zu schützen, warb "Reporter ohne Grenzen" bei den Vereinten Nationen dafür, einen UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einzusetzen. Er könnte die UN-Mitgliedsstaaten zur Einhaltung ihrer einschlägigen völkerrechtlichen Pflichten anhalten und als Frühwarnstelle für akute Gefährdungsfälle fungieren. (KNA)

Linktipp: Über 200 Journalisten werden verfolgt

Über 200 Journalisten weltweit sind derzeit entführt oder in Haft, wie die "Reporter ohne Grenzen" in ihrem Jahresbericht bilanzieren. Laut der Organisation ragt die Türkei als das Land mit den meisten Fällen von Repression gegen Pressevertreter hervor.

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