Abstandsgebot zur Ehe
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe lobte die ausführliche Debatte, in der es keine diskriminierenden Töne gegeben habe. Sowohl Gegner als auch Befürworter einer Gleichstellung reklamierten für sich, jeweils die Grundwerte der Partei zu verteidigen. Auch auf das christliche Verständnis vom Menschen nahmen beide Seiten teilweise mit sehr persönlichen Worten Bezug.
Es müsse ein "Abstandsgebot" zur Ehe geben, so die Gegner einer Gleichstellung. "Ungleiches muss auch ungleich behandelt werden", sagte der Kolping-Bundesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger. Familienstaatssekretär Hermann Kues plädierte ebenfalls gegen die Gleichstellung. "Auch ich werbe für Toleranz und gegen Diskriminierung, aber wir dürfen nicht alles in einen Topf werfen", sagte Kues. Die Unterstützung und Ermutigung von Familien müsse im Zentrum der Bemühungen der CDU liegen, denn daran hänge die Zukunft, so das langjährige Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Der sächsische CDU-Fraktionsvorsitzende Steffen Flath verwies darauf, dass nach katholischer Vorstellung die Ehe ein Sakrament sei. Auch daraus ergebe sich eine besondere Achtung der Ehe.
Für die Gleichstellung sprach sich der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn aus. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner würden "konservative Werte" leben, indem sie füreinander Verantwortung übernähmen, so Spahn. Es sei "unfair" hier die Menschen gegeneinander zu stellen, denn Ehen, Familien und auch Kindern würde durch die Gleichstellung nichts genommen. Ähnlich argumentierte die Bundestagsabgeordnete und frühere Familienrichterin Elisabeth Winkelmeier-Becker. Zwar sei die Ehe nicht das Gleiche wie eine Partnerschaft, die Ungleichbehandlung aber sei "ungerecht und verletzend". Die Besonderheit der Ehe, gerade als Sakrament, müsse "anders begründet werden als mit steuerlichen Details. Auch die frühere Staatssekretärin Christa Thoben sprach sich für eine Gleichstellung aus. "Ich bin katholisch und bleibe es auch nach dem Parteitag", so Thoben. Dennoch gelte es, mit der Sichtweise der 60er Jahre aufzuräumen. Gleichgeschlechtliche Paaren müssten "eine faire Chance bekommen, die sie verdient haben."