Allah statt Gott
Im Januar hatte der Vorsitzende der radikalen islamischen Organisation Perkasa, Ibrahim Ali, zur Verbrennung von Bibeln aufgerufen. Anklage wegen Volksverhetzung wurde nicht erhoben. Die Regierungskoalition Barisan Nasional (BN) nominierte ihn für die Wahlen im Mai als Kandidaten für einen Parlamentssitz; er unterlag jedoch einem Gegenkandidaten.
Den Aufruf zur Bibelverbrennung könne man nicht mit dem aktuellen Fall zweier verhafteter Blogger vergleichen, so der Minister. Alvin Tan und Vivian Lee hätten mit ihrem islamfeindlichen Facebook-Eintrag die «Harmonie zwischen den Religionen gefährdet».
Mit zweierlei Maß?
Gegen die Blogger wurde am Donnerstag Anklage wegen Volksverhetzung erhoben. Sie sollen auf Facebook ein Foto gepostet haben, das sie bei einer Schweinefleisch-Mahlzeit zeigt. Den Eintrag hätten sie mit den Worten "lecker, delikat und appetitlich" sowie dem Halal-Siegel versehen.
Hinzu kam eine weitere Anklage wegen angeblicher Veröffentlichung pornografischer Bildern. Ein Antrag der Angeklagten auf Freilassung gegen Kaution wurde dem Bericht zufolge abgelehnt. Im Fall einer Verurteilung drohten Tan und Lee bis zu 15 Jahre Haft.
Am Mittwoch hatte die oppositionelle islamische Partei Islam Se-Malaysia (PAS) der Regierung vorgeworfen, bei Fällen von Vergehen gegen Religionen mit zweierlei Maß zu messen. Die Behörden seien schnell bei der Sache, wenn Muslime Anzeige erstatteten, sagte laut Berichten malaysischer Medien PAS-Vizepräsident Mahfuz Omar vor dem Parlament. Bei Anzeigen von Nicht-Muslimen reagierten sie aber "desinteressiert". (KNA)