Anschlagspläne auf katholisches Gymnasium: Essener Schüler angeklagt
Die Bundesanwaltschaft hat einen Schüler aus Essen wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Der Jugendliche habe einen rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf ein katholisches Gymnasium in Essen geplant, das er besuchte, wie die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. "Dabei sollten Lehrer und eine größere Anzahl von Schülern getötet werden", hieß es. Die Polizei nahm den 16-Jährigen am 12. Mai, also einen Tag vor dem geplanten Anschlag, fest und vereitelte so vermutlich die Tat.
Der Angeschuldigte soll der Mitteilung zufolge Rohrbomben angeschafft und sich im Darknet, einem versteckten Teil des Internets, über deren Zusammenbau informiert haben. Er habe zudem über Messer, Schlagringe, Macheten, Armbrüste, dazugehörige Pfeile sowie Luftdruck- und Schreckschusswaffen verfügt. Der Jugendliche sei auch wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie wegen Terrorismusfinanzierung angeklagt.
Der Schüler befindet sich in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen wegen der Bedeutung des Falles an sich gezogen und nun Anklage vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf erhoben. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck zeigte sich kurz nach der Festnahme bestürzt: "Der Verdacht, dass ein Schüler dort mit Waffengewalt einen Anschlag verüben wollte, erschreckt mich genauso wie die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Nachbarn und alle anderen, die hiervon betroffen sind", erklärte Overbeck. Er dankte der Polizei, dass sie so schnell und entschieden "womöglich eine schlimme Straftat verhindert hat". (tmg/KNA)