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Auch in der Kirche ist man im Champions-League-Fieber

Bayern oder Borussia?

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Ein Fan des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München hält am 16.05.2013 im FC Bayern Fanshop in München (Bayern) einen Schal mit den Namen der beiden Finalgegner in Händen.
Bonn - Das bevorstehende Champions-League-Fieber macht auch vor der katholischen Kirche in Deutschland nicht halt. Doch ob nun Dortmund oder München die heiß begehrte Trophäe aus London mit nach Hause nehmen soll, darüber gehen auch in der Kirche die Meinungen auseinander.

Gemeindereferent Karsten Haug von der Dortmunder Dreifaltigkeitsgemeinde hofft natürlich auf einen Sieg der Borussia aus dem Ruhrgebiet. "Falls alles gut geht, wird die Mannschaft zu ihrem Corso durch die Stadt am Sonntag unweit der Dreifaltigkeitskirche am Borsigplatz starten", sagte Haug dem Kölner "domradio". Junge Männer aus der Gemeinde hatten am 9. Dezember 1909 den Ballspielverein Borussia (BVB) gegründet - allerdings in Opposition zum damaligen Kaplan, der das Fußballspielen verbieten wollte.

Zwar habe es, so Haug, bei einem ökumenischen Gottesdienst im Vorfeld des Spiels kein Gebet für einen Sieg der Dortmunder gegeben. Dass so mancher eine Kerze dafür anzünde, könne er aber schon verstehen. An einen Fußballgott, der das Spiel entscheidet, glaubt er nach eigenem Bekunden aber nicht. "Das wäre meiner Meinung nach vermessen."

Optimismus in München, Diplomatie aus Mainz

Im Süden der Republik ist Pfarrer Wolfgang Bouché von einem Sieg der Münchner überzeugt. Er rechne mit einem 2:1-Sieg, sagte das Bayern-Mitglied dem Münchner "Kirchenradio". Bouché selbst wird das Spiel allerdings nicht sehen können, da er sich derzeit auf einer Pilgerfahrt in Italien befindet: "Ich habe zwei Leute beauftragt, die mich per SMS benachrichtigen, wenn es Anlass zum Jubel gibt." Ein Sieg wäre für ihn als Bayern-Fan ein Höhepunkt und eine Genugtuung gegenüber dem "Lieblingsfeind der Bayern", so Bouché im "Kirchenradio".

Ganz diplomatisch gibt sich wiederum der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Er werde sich das Spiel im Bischofshaus anschauen und sich anschließend über den glücklichen Gewinner freuen, vermeldet die Koblenzer "Rhein-Zeitung". (meu/dpa)

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