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Bayerischer Landesbischof aufgeschlossen gegenüber "Ehe für alle"

Bedford-Strohm: Würde homosexuelles Paar segnen

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Berlin - Wenn Homosexuelle lebenslang "ja" zueinander sagen, sollte die Kirche sie auch segnen, meint der EKD-Ratsvorsitzende. Auf katholischer Seite macht es die "Ehe für alle" dagegen eher schwieriger.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich aufgeschlossen über die "Ehe für alle" geäußert. Menschen, die lebenslang "ja" zueinander sagen wollten, sollten auch einen kirchlichen Segen bekommen, sagte er am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Er selbst würde ein homosexuelles Paar segnen, fügte der bayerische Landesbischof hinzu.

Ende Juni hatten die beiden großen Kirchen unterschiedlich auf die Entscheidung des Bundestags für eine "Ehe für alle" reagiert. "Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch keineswegs geschmälert", betonte der EKD-Rat damals in einer Stellungnahme. Stattdessen seien für die EKD "Vertrauen, Verlässlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung". Bedford-Strohm selbst warb für "ein neues Bewusstsein für das wunderbare Angebot der Ehe".

Handlungsspielraum für katholische Kirche eher kleiner

Die katholischen Bischöfe übten dagegen Kritik an dem Beschluss. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, beklagte eine Auflösung des Ehebriffs. Damit gingen die "christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept weiter auseinander", so Marx. Zeitgleich äußerte er "erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken". Familienbischof Heiner Koch bezeichnete die "Ehe für alle" als einen Bruch mit einem Jahrhunderte alten Eheverständnis. Eine Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare würde eine qualitative Neuausrichtung des Begriffs Ehe bedeuten, so der Berliner Erzbischof.

Nach Ansicht von Caritas-Präsident Peter Neher hat das Gesetz zur "Ehe für alle" den Handlungsspielraum für die katholischen Kirche sogar eher verkleinert. Überlegungen, eigene liturgische Formen für homosexuelle Partnerschaften in der Kirche zu finden, seien deutlich erschwert worden, sagte er im Juli. Durch eine klare Trennung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft wäre es "vielleicht sogar für unsere Kirche einfacher gewesen". Die katholische Kirche könne keine liturgische Form anbieten, welche die Ehe und homosexuelle Partnerschaften gleich behandele. (bod/KNA)

Linktipp: Christliche Kirchen sind bei "Ehe für alle" uneins

Vor der Entscheidung zur "Ehe für alle" betont die katholische Kirche weiterhin ihre Ablehnung. Anders sieht es auf Seiten der EKD aus: Sie begrüßt das Vorhaben. Doch nicht alle Protestanten sind dafür. (Artikel vom Juni 2017)

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