Bedrohtes Erfolgsmodell
Seit langem ist Fürstenberg, Jahrgang 1921, damit einer der ältesten und einer der regelmäßigsten Nutzer des Hauses. Doch dessen finanzielle Zukunft ist ungewiss - ebenso wie die anderer Mehrgenerationenhäuser in Thüringen und bundesweit.
Die deutschlandweit 450 Begegnungsstätten dieser Art werden bisher im Rahmen eines Bundesprogrammes mit einem Zuschuss von jeweils 40.000 Euro im Jahr gefördert. Das Programm läuft 2014 aus.
Die tägliche Arbeit könnte schwieriger werden
Sollte dieser Zuschuss ersatzlos gestrichen werden, dann werde die tägliche Arbeit in ihrem Haus auf jeden Fall schwieriger werden, sagt die Leiterin des Apoldaer Mehrgenerationenhauses, Corinna Weber. Die Besucher würden dann wohl für mehr Veranstaltungen oder Angebote als bislang Beiträge zahlen müssen. Immerhin: Weil die Kommune Träger der Einrichtung sei, sei das Haus nicht akut in seinem Bestand gefährdet, sagt Weber. "Außerdem gibt es seit 2010 einen Förderverein für unsere Einrichtung." Die Verantwortlichen hätten sich niemals auf nur eine Finanzierungsquelle verlassen wollen.
Weil aber längst nicht alle Mehrgenerationenhäuser in einer solch komfortablen Situation sind, hat vor und hinter den Kulissen längst das Gezerre ums Geld begonnen. "Zu glauben, dass man die Förderung für ein politisch derart erfolgreiches Modell einfach auslaufen lassen kann, unterschätzt, welch starke politische Lobby die Mehrgenerationenhäuser inzwischen haben", sagt der Generationenbeauftragte der Landesregierung, Michael Panse (CDU). Er sei fest davon überzeugt, dass es auch weiterhin staatliche Mittel für die Mehrgenerationenhäuser geben werde - auch wenn im Moment unklar sei, aus welchen Töpfen das Geld dafür kommen könnte.
Woher kommen die Zuschüsse?
Aktuell fließen die Zuschüsse laut Bundesfamilienministerium ebenso vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds wie von Kommunen, Landkreisen oder den Ländern. Und die Weiterführung einer solchen Mischförderung ist für Panse - in welcher Gestalt auch immer - auf jeden Fall eine Option. Eine andere Alternative sei, die finanzielle Verantwortung für die Mehrgenerationenhäuser völlig auf die Kommunen zu übertragen, sagt er. Allerdings sehe er dann die Gefahr, dass zumindest in Thüringen mehr als die Hälfte der Einrichtungen vom Markt verschwänden.
Nur eben jene Häuser seien dann wohl noch einigermaßen sicher, die nicht ausschließlich von Kommunen getragen würden. Viele Kommunen seien angesichts ihrer Haushaltslage wohl kaum in der Lage, die nötige Förderung alleine zu leisten.
Von Sebastian Haak (dpa)