Bekannter soll Missbrauchsopfer um Anerkennungszahlung betrogen haben
Erst wurde er sexuell missbraucht – und dann offenbar um die Anerkennungszahlung der Kirche betrogen: Ein 64 Jahre alter Mann, der laut einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin von Mitarbeitenden der katholischen Kirche missbraucht worden war, soll 2022 von einem 62-jährigen Bekannten um 35.000 Euro betrogen worden sein, die er in Anerkennung des Leids vom Bistum Regensburg erhalten sollte. Gegen den 62 Jahre alten Verdächtigen sei jetzt wegen Betrugs und Urkundenfälschung Anklage beim Amtsgericht Tiergarten erhoben worden.
Der Mann habe dem Betroffenen, der heute in Berlin lebt, im Dezember 2020 beim Ausfüllen des Antragsformulars für Zahlungen in Anerkennung des Leids geholfen. Dabei habe der Verdächtige jedoch nicht die Bankverbindung des Betroffenen, sondern seine eigene angegeben. Als das Bistum Regensburg kurz danach eine erneute Antragstellung mittels eines aktuellen Formulars erbeten habe, soll der 62-Jährige, den eine Mitarbeiterin des Bistums irrtümlicherweise für den Anwalt des Antragsstellers gehalten habe, den Betroffen gar nicht mehr einbezogen haben. Stattdessen habe er das neue Formular im Januar 2021 komplett selbst ausgefüllt, es mit dem Namen des Betroffenen unterschrieben und wiederum seine eigene Bankverbindung angegeben.
Die 35.000 Euro, die dem Betroffenen im Mai 2022 zuerkannt worden seien, landeten nach Überzeugung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin dann auf dem Konto des Bekannten, der das Geld anschließend bar abgehoben und für sich verwendet haben soll. (stz)