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Thomas Sternberg über Urheber- und Nutzerrecht im digitalen Zeitalter

Bezahlt wird immer

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Schachfigur
Bonn - Thomas Sternberg über Urheber- und Nutzerrecht im digitalen Zeitalter

Ist im Internet eine ganze Welt an Informationen, Bildern, Musik, Literatur und Filmen ohne Bezahlung zu haben? Ein russisches Sprichwort sagt: "Kostenlosen Käse gibt es nur in der Mausefalle". Bezahlt wird immer: auf der Anbieterseite mit Werbeaufträgen, der Nutzer zahlt mit seinen Daten, die ausgewertet werden nach Vorlieben und Gewohnheiten zur punktgenauen Ansprache als Konsument.

Autoren, Musiker, Bildende Künstler, Fotografen und Journalisten, oft ohne feste Anstellung, sind auf Vergütung angewiesen, die zunehmend von Verwertungsgesellschaften erhoben wird. Die Einkommenssituation in den künstlerischen Berufen ist mehr als prekär, wie die Statistik der Künstlersozialkasse ausweist. Es müssen Formen verfeinert werden, auch im Internet zu einer fairen Honorierung zu kommen.

Aber nicht nur die Urheber klagen. In den Verbraucherzentralen häufen sich die Anfragen nach Abmahnungen wegen angeblicher oder tatsächlicher Urheberrechtsverletzungen. Was früher kein Problem schien, ist in der digitalen Welt plötzlich am Rande der Kriminalität. Selbst Museen dürfen keine Bilder von ihren Räumen mit moderner Kunst mehr machen, weil für jedes gezeigte Bild Kosten anfallen. Die Möglichkeiten der Überwachung im Internet erleichtern zudem eine rigide Verfolgung aller Nutzungen.

Grotesk wird es, wenn EU-weit die sogenannte "Panoramafreiheit" eingeschränkt werden soll. Auch öffentliche Gebäude oder Einrichtungen können dann nicht mehr fotografiert werden, ohne dass abkassiert wird. Bei über einer halben Milliarde Bildern, die täglich allein über What’s App verschickt wird, tut sich da ein reiches Betätigungsfeld für Juristen auf. Künstler haben nur selten etwas von einem solch überzogenen "Urheber"-schutz.

Das Urheberrecht ist für Dinge - Bücher, Schallplatten, Gemälde – entwickelt worden. Es zeigt in seiner Anwendung auf Nutzungen digitaler Inhalte eine Fülle von Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten. Wir brauchen ein Urheberrecht, das die Interessen von Produzenten und Nutzern in ein vernünftiges Verhältnis bringt.

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