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Norddeutscher Ministerpräsident an Krebs erkrankt

Bischöfe bestürzt über Sellering-Rücktritt

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Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering tritt nach einer Krebsdiagnose zurück. Die Krankheit des Politikers berührt die katholischen Bischöfe. Sie versprachen, für ihn zu beten.

Kirchenvertreter haben mit Bestürzung auf den Rücktritt von Erwin Sellering als Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern reagiert. "Wir sind Ministerpräsident Sellering dankbar für die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle des Landes und seiner Menschen", schrieben die Erzbischöfe Heiner Koch (Berlin) und Stefan Heße (Hamburg) am Dienstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der mecklenburgische Teil des norddeutschen Bundeslandes gehört kirchlich zum Erzbistum Hamburg, Vorpommern zum Erzbistum Berlin. Die Erzbischöfe hoben besonders Sellerings "konstruktive und sachliche Art" hervor. Für die anstehende Behandlung wünschten die Bischöfe Kraft und Gottes Segen. "Wir versichern ihn unseres fürbittenden Gebets."

Sellering, der auch SPD-Landesvorsitzender von Mecklenburg-Vorpommern war, hatte wegen einer Krebserkrankung seine Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Als Nachfolgerin schlug der 67-Jährige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vor. Sie ist Mitglied des SPD-Landesvorstands und war bereits von 2008 bis 2013 Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern.

Manuela Schwesig (SPD) ist Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die evangelische Christin könnte die neue Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern werden.

"Bei mir ist vor einigen Tagen völlig überraschend eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung festgestellt worden, die umgehend eine massive Therapie erfordert", sagte Sellering. Er werde deshalb nicht mehr in der Lage sein, das Amt des Ministerpräsidenten so auszufüllen, wie das objektiv notwendig sei.

Sellering steht seit 2008 an der Spitze des Landes. Er wurde im nordrhein-westfälischen Sprockhövel geboren und stammt aus einem protestantisch-konservativen Elternhaus; sein Vater war Presbyter und engagierte sich als langjähriges Mitglied der CDU kommunalpolitisch.

Nach Angaben des Landesvorstands könnte sich ein Sonderparteitag am 1. Juli mit der Frage der Nachfolge befassen. Am Mittwoch tritt zunächst der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns zu einer Sondersitzung zusammen, bei der Sellering eine Erklärung abgeben will. (rom/KNA)

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