Bischof Kohlgraf übernimmt Patenschaft für verurteilte Iranerin
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat eine politische Patenschaft für eine im Iran zum Tode verurteilte Frau übernommen. Der katholische Geistliche fordert die Freilassung der 33-jährigen Mahboubeh Shabani, wie das Bistum Mainz am Freitag mitteilte. Es ist nach Bistumsangaben Kohlgrafs fünfte politische Patenschaft.
Shabani soll während landesweiter Proteste im Januar mit ihrem Motorrad verletzte Menschen zu Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen gebracht haben. Anfang Februar sei sie von Sicherheitskräften festgenommen worden, hieß es unter Berufung auf Menschenrechtsorganisationen.
Todesurteil nach Einzelhaft
Nach deren Angaben soll Shabani bei ihrer Festnahme geschlagen und anschließend längere Zeit in Einzelhaft gehalten worden sein. Ende September sei ihrem Anwalt ein Todesurteil des Revolutionsgerichts in Maschhad mitgeteilt worden. Zwei Tage später sei sie erneut in Einzelhaft verlegt worden.
"Mit diesem Unrecht kann ich mich nicht abfinden", erklärte Kohlgraf. Ob eine politische Patenschaft hilfreich sei, könne er nicht beurteilen. Es gar nicht erst zu versuchen, halte er jedoch für den falschen Weg.
Einsatz für Verfolgte seit 2022
Die Patenschaft wurde nach Angaben des Bistums von dem Menschenrechtsaktivisten Behrouz Asadi vermittelt. Kohlgraf setzt sich bereits seit 2022 für politisch Verfolgte im Iran ein.
Zuletzt hatte der Mainzer Bischof im April eine Patenschaft für die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh übernommen. Sie wurde nach Angaben des Bistums später aus dem Gefängnis entlassen.