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Bischofs-Gebet für Trump: Die Perversion einer Segnung

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Ein Kommentar von
Christoph Brüwer
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Bonn - Ein Bischofs-Gebet für Donald Trump hat für Kritik gesorgt. Mit der Aktion zeigte aber auch das Trump-Team, wie viel ihnen ein Segen bedeutet, kommentiert Christoph Brüwer.

Wenn katholische Bischöfe in den USA Präsident Donald Trump zu unterstützen scheinen, sorgt das für Kritik. Verantwortlich ist dafür nicht zuletzt auch Trump selbst mit seiner Pervertierung der christlichen Botschaft. Kein Wunder also, dass auch das Bild für Aufruhr sorgte, das das Weiße Haus am Donnerstag veröffentlichte: Mehrere US-Bischöfe stehen betend und segnend hinter dem US-Präsidenten.

Zwar beeilten sich viele der Bischöfe mit Dementis und betonten, von den Videoaufnahmen nichts gewusst zu haben und manipuliert worden zu sein. Der Erzbischof von Milwaukee, Jeffrey Grob, veröffentlichte gar eine "Öffentliche Entschuldigung". Es ist richtig und wichtig, dass die Bischöfe hier Stellung beziehen.

Dennoch sollte die Frage erlaubt sein, ob den Bischöfen nicht bewusst gewesen sein muss, was hier vor sich geht. So schilderte Erzbischof James Golka von Denver, die Bischöfe seien von Trump begrüßt und anschließen "aufgefordert worden", sich hinter ihn zu stellen und zu beten. Es ist schließlich nicht das erste Mal, das solche Bilder von Trump mit Religionsvertretern um die Welt gehen. "Ich wünschte, ich wäre klüger und weniger naiv gewesen, so wie jene, die unser Treffen für parteipolitische Zwecke ausgenutzt haben", formulierte Bischof William Joensen aus Des Moines. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Zugleich zeigt das Trump-Team mit der Aktion auch, wie viel ihm Gebet und Segen wert sind: nicht mehr als die medial vermittelten Bilder und die damit verbundene politische Botschaft. Denn wem ein kirchlicher Segen für die eigene Arbeit wirklich etwas bedeutet, der lässt die Sequenz nicht ungefragt filmen und veröffentlicht das später für die eigene PR. Segen ist weit mehr als eine reine Geste oder der Zuspruch hochrangiger Kirchenvertreter für die eigene Politik. Ein Segen ist ein Geschehen zwischen Gott und Menschen. Gott hat zugesagt, die Menschen zu begleiten und ihnen ein Leben in Fülle zu schenken. Trump dagegen will sein Handeln religiös legitimieren und sieht dabei gar nicht, wie pervers das ist – oder nimmt das sogar in Kauf.

Der Autor

Christoph Brüwer ist Redakteur bei katholisch.de

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.

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