Bisher 17 Geistliche in diesem Jahr im Ukraine-Krieg getötet
In Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sind dieses Jahr einer Nichtregierungsorganisation zufolge bereits mindestens 17 christliche Geistliche getötet worden – mehr als im gesamten Jahr 2025. Wie die ökumenische Gruppe "Christen gegen Krieg" am Montag berichtete, kamen durch russischen Beschuss 13 ukrainische Geistliche und ein Messdiener ums Leben. Zudem listet sie in einer anderen Statistik für 2026 insgesamt vier getötete Ordensmänner und Priester der russisch-orthodoxen Kirche auf.
Im vergangenen Jahr verloren laut der Gruppe mindestens neun ukrainische und fünf russische Geistliche im Krieg ihr Leben, insgesamt also 14. Die meisten Opfer waren in beiden Jahren orthodoxe Priester. Viele zogen als Militärgeistliche oder Soldaten in den Krieg, andere starben in ihrem Wohnort. Auf der Website der Organisation werden ihre Namen genannt sowie Porträtfotos und ihr Lebensweg veröffentlicht.
Offizielle Daten fehlen
Insgesamt seien in der Ukraine durch russische Aggression seit 2014 mindestens 99 Geistliche, Ordensfrauen, Ministranten und andere Kirchenmitarbeiter gestorben, hieß es. Unter ihnen sind auch zwei Katholiken: Ein griechisch-katholischer Geistlicher aus Lwiw (Lemberg) kam im November 2025 mit 46 Jahren ums Leben – in der vierten Woche seines Wehrdienstes. Im August 2024 wurde ein römisch-katholischer Messdiener getötet.
Auf russischer Seite listet die Gruppe insgesamt 29 Todesopfer auf. Koordinatorin Natallia Vasilevich geht davon aus, dass in den Statistiken für die Ukraine und Russland getötete Geistliche fehlen. Die orthodoxe Theologin leitet die internationale Gruppe "Christen gegen Krieg" von Deutschland aus.