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Christof Haverkamp zur Bundestagswahl

Bitte nicht politikmüde werden!

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Schachfigur
Bonn - Christof Haverkamp zur Bundestagswahl

Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz am Sonntagabend zählte zu den wichtigsten Terminen im Bundestagswahlkampf. Bevor die Wähler in knapp drei Wochen abstimmen, gewinnt die Auseinandersetzung nochmals an Fahrt, und das ist gut so. Der demokratische Streit um die besten Ideen und Konzepte dümpelte bisher zwar vor sich hin – doch er wurde sachlich, respekt- und rücksichtsvoll geführt, anders als der lautstarke US-Wahlkampf 2016. Und schon jetzt kann man sich darüber freuen, dass ein überzeugter Europäer ins Kanzleramt einzieht.

Verglichen mit anderen Staaten geht es Deutschland sehr gut, nicht allein in wirtschaftlicher Hinsicht. Wir leben in Wohlstand, Frieden und Freiheit. Zugegeben: Das klingt langweilig. Aber man muss nicht die leidvollen Erlebnisse eines syrischen Flüchtlings teilen oder aus den autoritär regierten Ländern Türkei oder Russland stammen, um dafür dankbar zu sein. Selbstverständlich ist die gute deutsche Situation im weltweiten Maßstab ja nicht.

Aber das bedeutet keineswegs, sich bequem zurückzulehnen, politikmüde zu werden. Das würde die Populisten von links oder rechts stärken – jene, die einfache Lösungen bevorzugen, unrealistische Forderungen stellen und zum Beispiel in verachtender Wortwahl erklären, dass sie bestimmte Menschen am liebsten aus dem Land "entsorgen" würden.

Auch in Deutschland könnte vieles besser sein, könnte es fairer zugehen. Es bleibt eine politische Herausforderung, an die Belange der Ärmsten und Schwächsten zu denken, in der Pflege wie auf dem Arbeitsmarkt. In der Bildung brauchen Benachteiligte mehr Chancen, in der Klimapolitik muss es Fortschritte geben. Und es bleibt ein Skandal, dass im Mittelmeer – da, wo deutsche Urlauber baden – weiterhin Menschen ertrinken.

Das Mindeste, was Christen tun können, ist wählen zu gehen. Noch besser, sie mischen mit in den Parteien oder begleiten die Politik zumindest kritisch – nicht nörgelnd, sondern konstruktiv.

Hinweis

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