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Nach rechter Hetze wurden Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Bürgermeister erhält Drohungen wegen "Lichtermarkt"

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Plakat mit der Aufschrift "Lichtermarkt Elmshorn - Alter Markt - 27. Nov bis 24. Dez" zeigt ein dunkelhäutiges Mädchen als Engel.
Elmshorn/München - Seit zehn Jahren heißt der Weihnachtsmarkt in Elmshorn "Lichtermarkt", seit sechs Jahren wird mit einem schwarzen Engel dafür geworben. Aber erst nach einem Posting von Erika Steinbach kam es zum Shitstorm.

Der Bürgermeister von Elmshorn, Volker Hatje, berichtet von Beleidigungen und Drohungen, weil der Weihnachtsmarkt seiner Stadt "Lichtermarkt" heißt und auf seinem Plakat ein dunkelhäutiges Mädchen zeigt. "Mir wurde unterstellt, dass ich den Weihnachtsmarkt in Lichtermarkt unbenannt hätte, als Kapitulation vor dem Islam", sagte der Bürgermeister der schleswig-holsteinischen Stadt der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag: "Völliger Schwachsinn, unser Lichtermarkt heißt seit zehn Jahren Lichtermarkt." Und seit einem Casting in Elmshorn 2011 sei ein dunkelhäutiges Kind als Engel auf den Plakaten abgebildet, ergänzte Hatje: "Auch das stört hier in Elmshorn keinen Menschen."

Der Ärger habe begonnen mit einem Posting von Erika Steinbach, der früheren Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten. Diese habe das Plakat "als eine Art Untergang des Abendlandes bezeichnet. Danach wurden in bestimmten Veröffentlichungen mein Name mit persönlicher Anschrift, E-Mail und Telefonnummer genannt. Da ging der Shitstorm so richtig los." Steinbach postete am 14. November auf Facebook ein Plakat vom Lichtermarkt Elmshorn und ihren Kommentar dazu.

Der Kommunalpolitiker berichtete von Hassmails und Drohungen wie etwa "Sie Volksverräter, auch Sie werden gerichtet werden vom Jüngsten Gericht." Oder: "Sie werden sehen, was Sie davon haben, wenn Sie die deutsche Kultur aufgeben und sich dem Islam und dem internationalen Judentum andienen." Wenn solche Anrufe und Briefe sogar nach Hause kämen, sei eine rote Linie überschritten. Inzwischen seien Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet. (luk/KNA)

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