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Was sie von "ihrer" Kirche erwartet

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner bekräftigt Kirchenkritik

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Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) spricht im Plenarsaal des Bundestages.
Berlin/Frankfurt - Mehrfach hat Politikerin Julia Klöckner in den vergangenen Monaten mit kirchenkritischen Aussagen Schlagzeilen ausgelöst. Nun legt sie in nach.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat den Kirchen in Deutschland erneut vorgeworfen, sich allzu sehr in profane tagespolitische Fragen einzumischen. Wenn es aus den Reihen der Kirchen etwa Stellungnahmen zum Tempolimit gebe, sei ihre Meinung: "Mir wäre eine zum Downsyndrom-Screen-Test lieber", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Klöckner, selbst Katholikin, betonte: "Ich erwarte von meiner Kirche nicht nur Immanenz auf der Autobahn, sondern auch Transzendenz im Lebenssinn." Bereits im vergangenen Jahr hatte die CDU-Politikerin mit ähnlichen Äußerungen Kritik auf sich gezogen. Damals warf sie den beiden großen Kirchen in Deutschland vor, sich immer mehr wie Nichtregierungsorganisation zu verhalten. 2025 hatte sich Klöckner an einem Beschluss der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gerieben, nach dem evangelische Bischöfinnen und Bischöfe künftig maximal mit Tempo 100 über die Autobahn fahren sollen, um treibhausbasierte Emissionen spürbar zu verringern. Zudem wolle sich die Kirche politisch für ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern einsetzen.

Klöckner: Kritik von links und rechts

Die Aussagen Klöckners hatten im vergangenen Jahr für eine anhaltende Debatte darüber gesorgt, inwieweit sich Kirchen politisch einmischen dürfen. So machte etwa der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz klar, er lasse sich "von niemandem einen Maulkorb verpassen, egal zu welchem Thema". Der rheinland-pfälzische SPD-Politiker Hendrik Hering betonte, dass nur die Kirche entscheiden könne, zu welchen Positionen sie öffentlich Stellung beziehe. "Ich halte das einfach für vermessen und unangemessen, wenn die Politik einer wertebildenden Institution Vorgaben macht, wozu sie sich äußern darf und wozu nicht." Klöckner selbst hatte ihre Kritik mehrfach verteidigt.

Nun ergänzte sie: "Hätte ich die katholische Kirche an einem anderen Punkt kritisiert, etwa zum Thema Frauenrechte, hätte ich Applaus bekommen. Und zwar von denselben, die jetzt sagen, ich dürfe mich nicht zur Kirche äußern. Oder: Die einen werfen mir vor, auf dem rechten Auge blind zu sein, die anderen auf dem linken – da scheint doch der Kopf noch gerade zu sein."

17.10.2026, 16.50 Uhr: Ergänzt um Präzisierungen im ersten Absatz und weitere Hintergrundinformationen im zweiten Absatz.

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