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Vor allem Frauen benachteiligt

Caritas gegen Unions-Vorschlag zur abschlagsfreien Rente

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Rotes Logo des Caritas am Berliner Standort des Deutschen Caritasverbands
Berlin - Der Deutsche Caritasverband warnt vor einem Ausschluss von Pflege- und Erziehungszeiten bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Ein solcher Kompromiss würde vor allem Frauen benachteiligen.

Der Deutsche Caritasverband hält nichts von Überlegungen, bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, Pflege- und Erziehungszeiten nicht einzurechnen. Man stehe "nicht zur Verfügung für eine Zweiklassenregelung der Anspruchsjahre für Berufstätigkeit einerseits und Care-Arbeit andererseits", sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa auf Anfrage am Mittwoch in Berlin.

Nach Medienberichten diskutiert die Bundestagsfraktion von CDU und CSU über einen neuen Kompromiss mit der SPD. Demnach soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren entgegen früheren Plänen zwar beibehalten werden. Allerdings sollen etwa Erziehungs- oder Pflegezeiten künftig nicht oder weniger berücksichtigt werden.

Reputation als Familienpartei

Für Pflegezeiten würden regulär Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt, für Kindererziehungszeiten gebe es entsprechende rentenrechtliche Äquivalente, so Welskop-Deffaa. Wenn die Union ihre Reputation als Familienpartei nicht verspielen wolle, müsse sie die Vorschläge zur Ungleichbehandlung der Care-Zeiten schnell wieder einkassieren.

Zugleich bekräftigte Welskop-Deffaa ihre Haltung, die sogenannte Rente mit 63 Jahren komplett abzuschaffen, wie es die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission gefordert hat.

Lebensleistung anerkennen

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie erklärte, es wäre zutiefst ungerecht, wenn ausgerechnet diejenigen, die Sorgearbeit geleistet hätten, am Ende länger arbeiten oder Rentenabschläge hinnehmen müssten. Von diesen Überlegungen sollte die Koalition dringend Abstand nehmen. Wer Kinder erziehe oder Angehörige pflege, erbringe eine Lebensleistung, von der unsere ganze Gesellschaft profitiere, so der Präsident der Arbeitsgemeinschaft, Martin Bujard.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte im Juni 33 Vorschläge für eine umfassende Rentenreform vorgelegt, darunter die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren. Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die damalige Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatten zunächst angekündigt, die Vorschläge umsetzen zu wollen. Bereits am Dienstag hatte der Sozialverband VdK den Unions-Vorschlag kritisiert.

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