Caritas: Humanitäre Hilfe soll effektiver werden
"In der Praxis müssen wir jedoch noch öfter als bisher prüfen, welche der angestrebten Ziele wir tatsächlich erreichen und wo etwas aus welchen Gründen schief läuft", erklärte der Leiter Qualitätsmanagement, Volker Gerdesmeier, anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe (19. August).
Das Hilfswerk lässt nach eigenen Angaben jedes Zehnte Hilfsprojekt, in dem mehr als 100.000 Euro eingesetzt werden, von Gutachtern überprüfen und von den Hilfsempfängern bewerten. Zentrales Ziel der Selbstüberprüfungen und Evaluationen sei es, mit den zur Verfügung stehenden begrenzten Spendenmitteln eine maximale Wirkung für die Empfänger der Hilfe zu erreichen. Diese sollten bei der Evaluation möglichst weitgehend einbezogen werden.
Akteure und nicht passive Hilfsempfänger
"Wir sehen die Betroffenen von Kriegen und Naturkatastrophen nicht als passive Hilfsempfänger sondern als die zentralen sozialen Akteure unserer Projekte und Experten ihres eigenen Lebens," so Gerdesmeier. Ihre Beteiligung in allen Phasen der Hilfe erhöhe die Zufriedenheit und verbessere die Qualität der Projekte. Am grünen Tisch entworfene Projekte seien hingegen häufig wirkungslos, betonte er.
Dass Hilfsorganisationen sich in gleichem Maße den Hilfsempfängern wie den Spendern und Geldgebern rechenschaftspflichtig fühlen, müsse zur Selbstverständlichkeit werden, forderte das Hilfswerk. Eine verbesserte Lernkultur sei nötig. Caritas international hat mit der Diakonie Katastrophenhilfe ein Fachkonzept zu dem Thema entwickelt. Die Broschüre "Wirkungsorientierung in der Humanitären Hilfe" wird auf deren Internetseite zum Download angeboten. (luk)