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Caritas warnt in Flüchtlingsfrage vor vergiftetem Klima

Caritas kritisiert Innenminister de Maiziere

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Köln - Von Ärzten, die Flüchtlingen falsche Attests ausstellen, und Abschiebungsverhinderung war zuletzt die Rede. Caritas-Chef Neher kritisert solch pauschale Äußerungen aus dem Innenministerium und von der Polizei.

Die Caritas kritisiert in der Flüchtlingsdebatte laut einem Zeitungsbericht Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU). Dieser hatte gesagt, es würden zu viele Atteste von Ärzten in Fällen ausgestellt, in denen es für Flüchtlinge keine echten gesundheitlichen Abschiebehindernisse gebe. Solche Vorwürfe "vergiften das gesellschaftliche Klima und diffamieren auch unsere Mitarbeiter, die Integrationshilfe leisten und für ein gutes Zusammenleben sorgen wollen", wird Caritas-Präsident Peter Neher vom "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag) zitiert.

Caritas als "Abschiebeverhinderungs-Industrie?"

"Einzelne Fälle mag es geben. Generell leisten Ärzte und Therapeuten eine hoch anspruchsvolle, auch belastende Arbeit. Sie pauschal abzustempeln und in eine fast schon kriminelle Ecke zu stellen, das geht gar nicht", so Neher. De Maizieres Äußerung war auch auf Kritik etwa von der Ärzteschaft und den Grünen gestoßen.

Neher wandte sich auch gegen Äußerungen des Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der Medienberichten zufolge von einer "Abschiebungsverhinderungs-Industrie" gesprochen hatte. Dieses Wort sei "perfide und unerträglich", so Neher. Die soziale und rechtliche Begleitung von Flüchtlingen gehöre zu den Aufgaben der Caritas und anderer Hilfsorganisationen. "Wir haben darauf zu achten, dass Flüchtlinge fair behandelt werden und ordentliche rechtsstaatliche Verfahren erhalten."

Neher beklagte laut "Kölner Stadt-Anzeiger" Angriffe auf Einrichtungen und Mitarbeiter der Caritas. "Sie werden dafür beschimpft, dass sie sich für Flüchtlinge einsetzen. Das ist ausgesprochen bedrückend. Wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Arbeit und ihr persönliches Engagement schlecht gemacht und geradezu diffamiert werden, dann ist das natürlich demotivierend." (KNA)

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