CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde über Böhmermann ein
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach hat sich beim ZDF-Fernsehrat über den Satiriker Jan Böhmermann beschwert. Dieser habe Jesus Christus verunglimpft, wird Bosbach in verschiedenen Medien zitiert. Sie fühle sich in ihrem persönlichen Glauben verletzt. In der Sendung "ZDF Magazin Royale" hatte Böhmermann am 2. Oktober unter dem Titel "Wie die Kirche im Osten die AfD bekämpft" über die Rolle der Kirchen in Sachsen-Anhalt gesprochen.
Böhmermann hatte Jesus in der Satire-Sendung als "gender-fluiden, bi-neugierigen, halbnackten POC-Otter" und "smoking hot skinny legend" und das Kreuz als "auf dem Kopf stehendes Teufelssymbol" bezeichnet. Zuvor hatte er die Rolle der Kirchen in Sachsen-Anhalt gelobt. Sie seien "die letzte antifaschistische Hoffnung in Ostdeutschland". Die Bibel bezeichnete Böhmermann scherzhaft als "linksextremes Buch" mit "geilen Sexszenen" und vermutete: "Dieses Buch ist viel linker, als es Teile der CDU/CSU bis heute glauben." Die schwarz-rote Bundesregierung kritisierte Böhmermann dafür, dass sie die Demokratie mit finanziellen Kürzungen bei zivilgesellschaftlichen Programmen schwäche.
Der ZDF-Fernsehrat, das Kontrollgremium des öffentlich-rechtlichen Senders, teilte auf Nachfrage der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) mit, dass die Beschwerde von Bosbach neben weiteren Zuschriften über die Sendung eingegangen sei und geprüft werde. Nach der Sendung hatten verschiedene Stimmen aus Kirche und Gesellschaft die Wortwahl Böhmermann kritisiert. Der AfD-nahe Prediger Tobias Riemenschneider bezeichnete die Satire-Sendung als "aggressiv christenfeindliche linke Propaganda-Show" und verunglimpfte das ZDF als "Staatsfernsehen". Der Leiter der in der Sendung angesprochenen Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, Christoph Maier, sagte im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass man sehen müsse, ob Böhmermanns Lable für die Kirche nützlich sei. Die AfD nutze schließlich eine ähnliche Wortwahl, um die Kirchen in Sachsen-Anhalt als linksextrem zu diskreditieren.