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Anian Christoph Wimmer über den Glauben als sportliche Herausforderung

Dabei sein ist alles

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Schachfigur
Bonn - Anian Christoph Wimmer über den Glauben als sportliche Herausforderung

Viel Kritik hat es in den Medien an den Olympischen Spielen in Rio gegeben, viel Diskussion und viele Kommentare. Das haben diese Spiele mit der katholischen Kirche gemeinsam. Und nicht nur das.

Gewiss: Die Kirche ist die Braut Christi; die Spiele sind nur eine sportliche Wettkampf-Veranstaltung. Doch beide sind international und weltumspannend. Beide feiern eigentlich das Streben nach dem Guten und kennen doch das weniger Gute in den eigenen Reihen. Viele Austragungsorte sind spektakulär, manche Stadien bleiben leer. Auch in der Kirche gibt es selbstlose Ehrenamtliche, korrupte Selbstbediener, ehrgeizige Medaillen-Zähler und letztlich jede Menge ehrliche wie unehrliche – und, ja, auch gedopte! – Teilnehmer. Und was die Funktionäre betrifft – ach, fangen wir erst gar nicht an.

Ohne den hinkenden Vergleich zu überfrachten: Zwei Aspekte sind mir daran besonders wichtig. Einmal, dass die Kirche wie die Olympischen Spiele – und der Sport insgesamt – ein Riesenproblem mit der Mentalität derer hat, die im Englischen "Armchair Critics" heißen: Jene also, die zwar wenig Ahnung haben, aber eine umso stärkere, lautstark mitgeteilte Meinung, während sie selber kaum den Hintern hoch bekommen, körperlich wie spirituell. Wie wir wohl alle ertappe ich mich selbst zu oft dabei.

Das zweite ist, dass das Glaubensleben eine sportliche Herausforderung sein kann. Die Spiele in Rio sind vorbei, unser geistlicher Wettkampf aber beginnt jeden Tag neu. Wir dürfen es – mit und durch die Sakramente – immer wieder wagen. Und begegnen immer wieder anderen Hürden und Chancen, Menschen und Situationen. Es geht darum, dabei zu sein und zu bleiben. Das ist wirklich alles.

Der Papst betont dies mit seinen Gebetsanliegen für den Monat August. Franziskus sagt, er träume vom Sport "als der Ausübung menschlicher Würde, umgewandelt in ein Mittel der Brüderlichkeit". Er bete, dass "der Sport die brüderliche Begegnung zwischen den Völkern fördert und zum Frieden in der Welt beiträgt". Packen wir's an.

Hinweis

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