Das christliche Menschenbild als Kompass
An der Feier im Berliner E-Werk, nahmen der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, die Bundesvorsitzenden der Grünen Cem Özdemir und Simone Peter, sowie Repräsentanten von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Kirchen und der Zivilgesellschaft teil. Unter den CDU-Mitgliedern aus allen Teilen der Bundesrepublik waren auch über 30 Gründungsmitglieder. Die CDU war nach dem Krieg zunächst dezentral entstanden. Bei der Feier bezog sich die Union auf den Berliner Gründungsaufruf vom 26. Juni 1945.
Bei ihrem Bekenntnis zur EU als Wertegemeinschaft betonte Merkel, man können nicht "ausnahmsweise" Grundprinzipien ad acta legen. Ohne Zusammenhalt in den Grundsätzen, werde die Europäische Union "in der Welt kein Gehör finden". Auf dieser Grundlage sei der Euro als Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens entstanden. In diesem Sinne sei ihre Aussage zu verstehen: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa."
CDU als "die" Europapartei
Merkel erinnerte an die Anfänge der Partei, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg und dem "Zivilisationsbruch der Schoah" zusammengeschlossen habe, aus dem Impuls heraus, dass derartiges nie wieder geschehe. Die Deutsche Einheit und die Einigung Europas seien zwei Seiten einer Medaille. Die CDU sei von Anfang an "die" Europapartei gewesen.
Kompass der CDU sei und bleibe das christliche Menschenbild, so Merkel. Dazu gehöre auch das Wissen um die Fehlbarkeit und die Schwächen des Menschen. So teile die Union die Welt auch nicht in schwarz und weiß und sei skeptisch gegenüber ganz einfachen Antworten. Zum Abschluss zitierte sie die Schlusszeile des Berliner Gründungsaufrufs: "Voll Gottvertrauen wollen wir unseren Kindern und Enkeln eine glückliche Zukunft erschließen".
Generalsekretär Peter Tauber nannte als verbindendes Element der Union den "Wunsch nach Versöhnung, Frieden und Freiheit in Europa". Für CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt war es das schönste Geburtstagsgeschenk, dass die Schwesterpartei wieder mitgliederstärkste Partei geworden sei. Sie hob das christliche Menschenbild und die daraus folgende unantastbare Würde des Menschen als gemeinsames Wertefundament hervor. "Diese Errungenschaften der abendländischen Kultur müssen immer wieder verteidigt werden", so die CSU-Politikerin. (KNA)