Das Gesetz ist schuld
"Schuld daran ist das bayerische Feiertagsgesetz", sagt Gunnar Loibl vom Bayerischen Landesamt für Statistik gegenüber katholisch.de. Der Grund ist einfach: Ob in den Gemeinden gearbeitet wird, hängt einzig und alleine davon ab, ob dort mehr Katholiken oder Protestanten leben. Und der Anteil der Katholiken sinkt. Waren bei der letzten Volkszählung 1987 – dem sogenannten Zensus – noch 67,2 Prozent der Bürger im Freistaat Katholiken, ist der Anteil 2011 auf 54,8 Prozent gesunken.
Wahrscheinlich zehn Gemeinden betroffen
Und das könnte die Bewohner der Kommunen treffen, die die katholische Mehrheit seit 1987 verloren haben. "Vorläufig gehen wir davon aus, dass es sich um zehn Gemeinden handelt", sagte Loibl weiter. Dass mittlerweile gut ein Viertel der bayerischen Bevölkerung einer anderen oder gar keiner Glaubensgemeinschaft angehören, ist für die Entscheidung dagegen irrelevant.
Welche Kommunen betroffen sind, wollte der Sprecher des Landesamtes für Statistik nicht verraten, da die Zahlen noch nicht endgültig sind. Loibl verriet nur so viel: "Es sind wohl die Bistümer Würzburg, Bamberg und Augsburg betroffen – und tendenziell noch Eichstätt". Wer ab 2014 dann am 15. August arbeiten muss, hat sich zu gedulden. Die nächste Chance, Mariä Himmelfahrt als Feiertag zurückzugewinnen, gibt es erst nach der nächsten Volkszählung 2021.
Von Björn Odendahl
Auch: Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel; gefeiert am 15. August. Auf frühkirchliche Tradition zurückgehend, wurde die Lehre von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel 1950 zum Dogma erklärt. Darin drückt sich aus, dass nicht nur die Seele, sondern der ganze Mensch, gerade in seiner Leiblichkeit (d. h. mit seiner Geschichte und Identität), bei Gott Leben und bleibenden Wert behält. Quelle: Manfred Becker-Huberti/Ulrich Lota | © Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2010