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ARD-Reportage über Senioren und eine große Herausforderung

Der letzte Umzug

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Vier Personen auf einer Sitzgruppe mir Bild
Leipzig - Das Richtige zu tun kann manchmal schwer sein. Drei Senioren - eine 79-jährige Witwe und ein hoch betagtes Ehepaar - stellen sich der schwierigen Herausforderung: Sie ziehen in seniorengerechte Wohnungen und müssen sich von Vielem trennen, woran die Erinnerungen hängen.

Die Filmemacherin Heike Dickebohm begleitet sie in der "Gott und die Welt"-Reportage "Das kommt mit! Wenn Senioren umziehen müssen". Sie zeigt, wie die Protagonisten es schaffen, sich in den neuen Verhältnissen einzuleben. Die ARD strahlt den Beitrag am Sonntag um 17.30 Uhr aus.

Die Witwe Liane Spiller wohnt in einem idyllischen, blumenumrankten Einfamilienhaus in einem 600-Seelen-Ort. Sie will umziehen, um näher am Wohnort der Tochter zu sein. Ihr Mann war Jäger; Dackel "Wastel" belegt seit dem Tod seines Herrchens einen eigenen Sessel. Sie sei noch fit, möchte aber einen Schlussstrich ziehen unter die vergangenen Jahrzehnte, sagt die Seniorin. Sie freue sich darauf, in der Stadt zu leben und wieder mehr unter Menschen kommen. Ihre neue Wohnung misst nur 50 Quadratmeter plus Balkon, doch damit könne sie sich einrichten, meint sie. Ihre größte Sorge ist der Hund, der nicht mitkommen darf. Ihre Tochter unterstützt sie bei der Suche nach einem neuen guten Besitzer und bestellt den Möbelwagen bei einer speziellen Umzugsfirma für Senioren.

Umziehen, solange man noch fit ist

48 Quadratmeter, eineinhalb Zimmer - darauf muss sich das Ehepaar Vogel in Zukunft beschränken. Das bedeutet, dass sie sich von vielen Sachen und Erinnerungsstücken trennen müssen. Wilhelmine Vogel (90), bei der eine beginnende Demenz diagnostiziert wurde, und ihr gehbehinderter Mann Franz (86), realisieren erst bei der Vorbesichtigung so richtig, dass Wilhelmine künftig kein eigenes Schlafzimmer mehr hat, sondern in der Wohnküche schlafen muss. Ihrer Tochter tut es sehr Leid, dass sich die Eltern in Zukunft einschränken müssen. Doch sie klagen nicht, erzählt die Autorin, sie seien Kriegsflüchtlinge. Beim Umzug der Vogels hilft die gesamte Verwandtschaft und bringt sie in die neue Wohnung in ein Leipziger Altenheim.

Vier Wochen später besucht Heike Dickebohm die Senioren noch einmal: Wie haben sie den Abschied von der alten Heimat bewältigt, und wie konnten sie sich in der neuen Umgebung einleben? Was vermissen sie in der neuen Umgebung, was erleichtert ihren Alltag? Die Autorin schildert an den unterschiedlichen Beispielen, wie sinnvoll es sein kann, in eine Seniorenwohnung umzuziehen, solange man noch fit ist und sich aktiv einen neuen Bezugskreis schaffen kann. Wer erst umzieht, wenn die Angehörigen drängen und die gesundheitlichen Probleme täglich größer werden, der ist mit dem neuen Zuhause oft weniger zufrieden.

Leben in einer anderen Zeit

Dickebohm zeigt in ihrer berührenden Nahaufnahme, wie schwierig es trotz allem sein kann, gute Vorsätze in die Praxis umzusetzen. Besonders eindrucksvoll ist das Beispiel der unternehmungslustigen Juliane Spiller, die aus eigenem Entschluss umzieht. Sie habe noch eine große Leere aufzufüllen, meint sie am Ende ehrlich. Und das Leben früher sei eben eine andere Zeit gewesen.

Von Heide-Marie Göbbel (KNA)

Zur Sendung

"Gott und die Welt: Das kommt mit! Wenn Senioren umziehen müssen" Reportage von Heike Dickebohm Sonntag, 3.Februar, um 17.30 - 18.00 Uhr, in der ARD Mit Untertiteln für Hörgeschädigte.

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