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Anian Christoph Wimmer über das Jahr der Orden

Die Freude der Unzeitgemäßen

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Schachfigur
Bonn - Anian Christoph Wimmer über das Jahr der Orden

In ein paar Tagen, am 2. Februar, endet das Jahr des geweihten Lebens; bei uns in Deutschland begangen als Jahr der Orden. Klöster und andere haben Beeindruckendes auf die Beine gestellt, um auf dieses Jahr aufmerksam zu machen und daran zu erinnern, dass das geweihte Leben eine entscheidende Rolle spielt.

Was diese Rolle ist? Das brachte Papst Franziskus in seinem Apostolischen Lehrschreiben zum Jahr der Orden in einem Satz auf den Punkt: "Es [das geweihte Leben] steht im Mittelpunkt der Kirche selbst als entscheidendes Element ihrer Sendung, insofern es das innerste Wesen der christlichen Berufung und das Streben der gesamten Kirche als Braut zur Vereinigung mit dem einzigen Bräutigam ausdrückt."

Klar: Was passiert, wenn dieser Mittelpunkt auf den ersten Blick betrachtet altert und schrumpft, das sehen wir bei uns seit einiger Zeit. Wer genauer hinschaut, sieht aber auch Zeichen von Jugend, Wachstum und Lebendigkeit.

Wo diese zu finden sind? Wo die Freude ist, die Franziskus verlangt: Wo Orden das (vor-)leben, was ihre Berufung letztlich ausmacht. Nicht die Zahl der Eintritte oder Einrichtungen, sondern der Blick auf die Ewigkeit und das Streben nach Heiligkeit; je nach Charisma in strenger Klausur oder mitten in der bunten Welt — aber niemals von ihr.

Solche Orden sind herrlich unzeitgemäß, existentiell wichtig — und bis heute faszinierend und attraktiv. Je (post-)moderner die eigene Lebenslage, desto attraktiver ist die zeitlose Freude der Unzeitgemäßen. Der eine oder andere mag über Shopping-Trips in den Klosterladen lachen, über Kneipp-Bäder mit Hildegard von Bingen-CD, oder gestresste Manager im Kloster auf Zeit. Aber dahinter steckt die tiefe Sehnsucht nach Heiligkeit, die in uns allen eingepflanzt ist, und die immer wieder ihren Weg sucht zu den Orten und Menschen, die einen "prophetischen Dienst" leisten, wie der Papst uns erinnert. Ein Dienst, den wir nicht nur im Jahr der Orden brauchen, sondern immer und für die Ewigkeit — nicht zuletzt auch die eigene.

Hinweis

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