DJK-Vertreterin Groth will DFB-Präsidentin werden
Überraschende Bewerbung für einen der höchsten Posten im deutschen Fußball: Mit der Düsseldorferin Ute Groth bewirbt sich eine Vertreterin des katholischen DJK-Sportverbands um das vakante Präsidentenamt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Ich möchte mit meiner Kandidatur etwas verändern, wir brauchen ehrliche, begeisternde Menschen im Ehrenamt und an der Spitze des DFB", sagte Groth am Donnerstag im nordrhein-westfälischen Langenfeld.
Der DJK-Sportverband teilte mit, dass er die Bewerbung der 60-jährigen Vorsitzenden der DJK TuSA 06 Düsseldorf mittrage. "Wir unterstützen die Bewerbung von Ute Groth, besonders auch deshalb, da erstmals eine Person den Posten an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes bekleiden könnte, die unabhängig ist, weiblich und ihre Wurzeln in der DJK hat. Sie wird im Spitzenamt ihr Bestes geben", so DJK-Präsidentin Elsbeth Beha. Das Jubiläumsmotto "Sein Bestes geben", das sich der katholische Sportverband aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens im kommenden Jahr gegeben habe, stehe auch für die Bewerbung Groths.
In der mehr als 100-jährigen Geschichte des DFB stand noch nie eine Frau an der Spitze des derzeit rund sieben Millionen Mitglieder zählenden Verbandes. Der bisherige DFB-Präsident Reinhard Grindel war am 2. April wegen fragwürdiger Zusatzeinkünfte und der Annahme einer teuren Luxusuhr als Geschenk von einem Funktionärskollegen von seinem Amt zurückgetreten. Als Nachfolger des 57-Jährigen wurden bislang ausschließlich männliche Fußball-Prominente wie Philipp Lahm, Christoph Metzelder, Matthias Sammer oder Rudi Völler gehandelt. Die Wahl eines neuen Präsidenten soll auf dem DFB-Bundestag am 27. September stattfinden. (stz)