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Erneute Gewalteskalation

Dutzende Tote bei Angriffen auf Christen

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Bonn - In Äthiopien sind mehr als 60 Christen bei Anschlägen gestorben. Die Regierung macht eine lokale Miliz für die Gewalt verantwortlich.

Bei einer Reihe von Anschlägen sind in Äthiopien viele Christen gestorben. Die britische Rundfunkanstalt BBC berichtete am Montag von mehr als 60 Todesopfern. Sie bezog sich dabei auf Angaben der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche, der größten Religionsgemeinschaft des Landes. Das äthiopische Nachrichtenportal "borkena" hatte am Wochenende von einem Angriff mit 47 Todesopfern berichtet. Vor zwei Wochen sollen gemäß "borkena" bei einer Terrorserie sechs Christen getötet und 55 entführt worden sein.

Die Zentralregierung in Addis Abeba und regionale Beamte machen die Oromo-Befreiungsfront und mit ihr verbündete Rebellengruppen für die Gewalt verantwortlich. Die paramilitärische Gruppierung, die seit den 1970er-Jahren im Süden Äthiopiens für einen unabhängigen Staat des Oromo-Volkes kämpft, bestreitet das. Die Oromo sind die größte Volksgruppe Äthiopiens und fühlen sich seit Jahrzehnten von der äthiopischen Zentralregierung unterdrückt. Je nach Region gehören sie mehrheitlich dem Christentum oder dem Islam an. Auch traditionelle Religionen spielen bis heute eine Rolle.

Steigende Gewalt

Die orthodoxe Kirche Äthiopiens verurteilte die Angriffe in der BBC. Diese hätten in letzter Zeit zugenommen. Der äthiopische Menschenrechtsrat sprach im Juli von 458 Menschen, die in den vergangenen vier Jahren in der Region Opfer von Anschlägen wurden. Laut der BBC richteten sich religiös motivierte Anschläge in der Region sowohl gegen Christen als auch gegen Muslime.

In Äthiopien hat sich die Sicherheitslage in den vergangenen Wochen massiv verschlechtert. Im Norden kam es zu Kämpfen mit dem Nachbarland Eritrea. Andere Regionen sind immer wieder von Rebellengewalt betroffen. An den Grenzen zum Sudan und zum Südsudan verschärft sich zudem die humanitäre Lage der Flüchtlinge aus den kriegsgeplagten Nachbarländern. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Äthiopien ab.

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