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Michaela Pilters über die Regeln für Organspenden

Ein Akt der Nächstenliebe

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Schachfigur
Bonn - Michaela Pilters über die Regeln für Organspenden

Meine Krankenkasse hat mich angeschrieben, ich solle mir Gedanken über das Thema Organspende machen. Die Zahl der Spenden ist deutlich zurückgegangen, die Nachfrage übersteigt bei Weitem das Angebot. Die gesellschaftliche Debatte darüber, welche gesetzliche Regelung dafür am sinnvollsten ist, ist voll im Gang.

Auch die katholischen Bischöfe haben dazu jetzt eine Handreichung veröffentlicht. Sie bezeichnen die Organspende als einen "großherzigen Akt der Nächstenliebe", der aber absolut freiwillig sein muss. Auch einen sozialen Druck wollen die Bischöfe vermeiden. Es bestehe weder eine moralische Pflicht zur Organspende, noch hätten Kranke einen Rechtsanspruch auf den Erhalt eines fremden Organs.

Der kritische Punkt bei all den Überlegungen rund um die Organspende ist die Frage nach der Feststellung des Todes einerseits und einer möglichen Verwendung der Organe, für deren Entnahme nur ein kurzes Zeitfenster bleibt. Viele Menschen haben Angst, dass ihnen als möglichem Spender nicht mehr alle medizinische Hilfe angedeiht, und Verwandte sind in der Todes- und Trauersituation oft überfordert, eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen.

Die Bischöfe werben daher mittel- und langfristig für eine enge Zustimmungslösung, die eine Organentnahme nur bei schriftlicher Zustimmung des potentiellen Spenders erlaubt, den Angehörigen wäre daher diese schwierige Entscheidung abgenommen.

Das ist sicher die sauberste Lösung, aber ich vermute, dass dadurch die Zahl der Organspenden dramatisch sinken wird. Wer beschäftigt sich schon gerne in jungen Jahren mit seinem möglichen Tod? Viel zu wenige Menschen haben ein Testament, eine Betreuungsvollmacht und eine Festlegung zur Organspende. Das Prinzip der Freiwilligkeit der Spende muss daher meiner Meinung nach ergänzt werden durch eine verpflichtende Beschäftigung mit dem Thema. Ein solches Votum hätte ich mir von den Bischöfen erhofft.

Den Organspenderpass habe ich übrigens schon sehr lange.

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