Ein Kochrezept, das hungern lässt
Das Video zum Welternährungs- bzw. Welthungertag 2017, der jedes Jahr am 16. Oktober stattfindet, zeigt die Zubereitung eines typisch afrikanischen Gerichts: Ugali. Ein Getreidebrei aus Maismehl, der beispielsweise in Äthiopien sehr verbreitet ist.
Hunger gehört zu den größten Problemen dieser Welt. Das müsste aber nicht sein. Denn es existiert genug Nahrung – und auch an Wissen und Mitteln, um das Problem zu bekämpfen, mangelt es nicht. Dennoch offenbart der Mitte Oktober erschienene Welthunger-Index 2017 wieder erschreckende Zahlen. Rund 815 Millionen Menschen leiden weltweit an Mangelernährung und Hunger. Dabei war es erklärtes Ziel der Vereinten Nationen den Hunger bis 2030 zu beenden.
Der Welthunger-Index ist ein jährlich erscheinender Report des International Food Policy Research Institut (IFPRI), der Welthungerhilfe und der Hilfsorganisation Concern Worldwide. Der Index gilt als wichtigste Messgröße für den weltweiten Hunger.
In China wird es besser, in Afrika nicht
Weltweit hat sich die Situation in den vergangenen Jahren zwar in vielen Regionen leicht verbessert, so beispielsweise in China und Brasilien. Aber besonders die afrikanischen Länder wie die Zentralafrikanische Republik, Sambia oder der Sudan stehen noch immer vor großen Problemen. In diesem Jahr steigt die Gesamtanzahl der Hungernden erstmals wieder leicht an, sodass die Lage in 51 von 119 Ländern der Erde "ernst, sehr ernst oder gravierend ist", so die Welthungerhilfe.
Neben Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen, die ganze Ernten vernichten, spielen auch wirtschaftliche Gründe eine enorme Rolle. Kommerzieller Landraub, Entwaldung sowie Kriege, politische Unruhen und Lebensmittelverschwendung wirken sich negativ auf die weltweite Hungersituation aus. "Was die Fortschritte im Kampf gegen den Hunger massiv beschleunigen würde, wäre gute Regierungsführung in den Ländern. Regierungen, die klare Prioritäten im Kampf gegen den Hunger setzen und diese auch durchsetzen und dabei die Benachteiligten im eigenen Land mit einbeziehen", sagt Klaus von Grebmer vom IFPRI. Aber auch die Lebensmittelverschwendung und Überproduktion der sogenannten Industrieländer tragen zur Verschlimmerung der Lage bei. (msc)