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Weihbischof Losinger würdigt neue Medizinnobelpreisträger

Ein "nobelpreiswürdiger" Weg

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Spanien: Graphik einer Synapse (Kontaktstelle zwischen Neuronenzellen) im Museum der menschlichen Evolution in Burgos
Bonn - Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger hat die Verleihung des Medizinnobelpreises gewürdigt. "Erstaunlich ist dabei, wie die Arbeit dieser drei Mediziner geradezu Hand in Hand ging bei der Frage der Entschlüsselung der Kommunikationsstrukturen der Zellen", sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrats dem Kölner Domradio.

Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den gebürtigen Deutschen Thomas Südhof sowie an James Rothman und Randy Schekman aus den USA. Sie haben wesentliche Transportmechanismen in Zellen entdeckt, deren Defekte Grundlage von Diabetes, Tetanus und vielen anderen Krankheiten sind. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 920.000 Euro (8 Millionen Schwedische Kronen) dotiert.

"Das Interessante für uns ist, dass wir ja heute wissen, wie sehr nicht wenige schwere Erkrankungen in diesem Bereich der kleinsten Bausteine des Körpers ihren Anfang nehmen", so Losinger weiter, "vor allem dort, wo es um Autoimmunerkrankungen geht, um neurologische Erkrankungen wie Diabetes und vielleicht sogar um die Gründe solcher Erkrankungen wie Alzheimer." Hier sei die Medizin auf einem Weg, den man "wirklich als nobelpreiswürdig sehen muss".

Forschung immer abwägen

Ebenso freute sich Losinger, dass Mediziner Südhof einst seinen Doktortitel am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen erwarb. Losinger selbst ist Mitglied des Senats der Max-Planck-Gesellschaft.

Zugleich mahnte Losinger, immer sämtliche Folgen wissenschaftlicher Forschung zu bedenken. Im deutschen Ethikrat diskutiere man immer über die "ethische Scheidegrenze" der Forschung zwischen "Nutzen für die Menschheit zum Ausdruck" und Schäden, die größer seien als der erwartete Fortschritt. So werde beispielweise bei der Zerstörung von menschlichen Embryonen, "eine Grenze überschritten, die wir aus Lebensrechts- und Menschenwürdegründen nicht tolerieren dürfen." (meu/dpa)

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