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Wie Weihnachten die Ränder der Gesellschaft in den Fokus rücken

Ein Papst setzt Maßstäbe

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Bonn - So schnell kann es gehen bei einem Seitenwechsel. "Die Flüchtlinge dachten, Sie sind der Papst", erfuhr der erstaunte Gast zu Beginn seiner Visite. Dabei handelte es sich bei dem Besucher des "Lighthouse Welcome Centers" in der Bayern-Kaserne in München "nur" um den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm . Das Missverständnis ließ sich schnell aufklären.

Dem bayerischen Landesbischof blieb Zeit genug, seine zentrale Botschaft zu platzieren: dass niemand ernsthaft Weihnachten feiern könne, "ohne Anteil zu nehmen an der Situation der Flüchtlinge überall auf der Welt heute".

Die Heiligabend-Episode aus der Willkommens- und Anlaufstelle für Flüchtlinge in der bayerischen Landeshauptstadt zeigt zweierlei: Wie sehr Papst Franziskus inzwischen über konfessionelle und nationale Grenzen hinweg als Anwalt der Ausgegrenzten wahrgenommen wird. Und wie seine Forderung, an die "Ränder der Gesellschaft" zu gehen, das Bild von Kirche auch in Deutschland allmählich verändert. Denn in den zurückliegenden Weihnachtstagen war der EKD-Chef nicht allein. Auf katholischer Seite unternahmen gleich mehrere Bischöfe den Blick über den Tellerrand.

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