"Eine andere Dimension"
Overbeck warnte davor, sich in eine Art ethisches "Reservat" zurückzuziehen. Auch wer Drohnen ablehne, müsse sich mit ihnen beschäftigen. Gerade die Kirche dürfe sich nicht nur als "Sonntagsrednerin" betätigen. Es sei wichtig, sich der Realität zu stellen. Zu der aber gehöre, dass Drohnen möglicherweise auch helfen könnten, dass es in Konflikten weniger Opfer gebe. Dies müsse immer das oberste Ziel der Entwicklung neuer Waffensysteme sein.
Zugleich warnte Overbeck vor den Gefahren der Drohnen. Es gebe die berechtigte Sorge, dass durch die neue Technik der Einsatz von Gewalt einfacher werde, da der Soldat weniger selbst in Gefahr geriete. Dieses Problem müsse beachtet werden. Außerdem gebe es Missbrauch, wenn es mit Hilfe der Drohnen etwa zu so etwas wie Hinrichtungen komme.
Grenze zwischen Krieg und Nicht-Krieg verwischt
Die Grenze zwischen Krieg und Nicht-Krieg, aber auch von Beteiligten und Unbeteiligten verwische zunehmend, darüber müsse gesprochen werden. Schließlich seien mit den Drohnen Ängste verbunden. Was noch vor 20 Jahren Science Fiction gewesen sei, erweise sich nun als machbar. Das würde viele verunsichern. Doch es sei falsch, vor den Möglichkeiten einfach nur die Augen zu verschließen, so der katholische Militärbischof.
Die christlich-liberale Bundesregierung plant den Kauf auch von bewaffneten Drohnen in den kommenden Jahren. SPD und Grüne sowie auch christliche Friedensgruppen lehnen den Einsatz generell ab. (KNA)
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