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Offenheit und Selbstkritik nötig

Erzbischof Bentz: Im Angesicht von KI braucht es mehr Theologie

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Paderborn - Kirche verliert in Deutschland an Bedeutung – was nun? Der Paderborner Erzbischof Bentz verlangt von der Theologie, verständlicher zu werden. Sie solle zeigen, was sie für das Zusammenleben der Menschen leisten kann.

Angesichts eines derzeitigen Bedeutungs- und Vertrauensverlusts der Kirche in der Gesellschaft braucht die Theologie laut Erzbischof Udo Markus Bentz Offenheit und Selbstkritik: "Sie fordert uns heraus, verständlich zu sprechen und uns dem Gespräch auszusetzen", sagte der Paderborner Erzbischof laut Bistumsangaben am Montag bei der Feier zur Eröffnung des neuen Studienjahres. Bentz ist zugleich oberster kirchlicher Repräsentant der Theologischen Fakultät in Paderborn.

Er betonte, die Fragen, denen sich die Theologie widmet, gehörten zu den Fragen, die das Menschsein bestimmten. Eine theologische Fakultät müsse ihre gesellschaftliche und kirchliche Relevanz unter Beweis stellen. Theologie beantworte Fragen von gesellschaftlichem Zusammenleben und Verantwortung füreinander aus einer Tradition heraus, in der der Mensch als Geschöpf Gottes und als Beziehungswesen verstanden werde, ausgestattet mit bedingungsloser Würde und Freiheit. "Sie berührt unseren Umgang mit Macht, mit wirtschaftlichen Interessen, mit sozialer Ungleichheit und mit den Grenzen menschlichen Lebens", erinnerte der Erzbischof.

KI als theologische Herausforderung

Die Fragen, die sich aus der wachsenden Rolle von KI für Freiheit, Wahrnehmung, Offenheit und den Umgang miteinander ergeben, verlangten nach einem Gespräch zwischen den Wissenschaften, das vom Menschenbild der Theologie bereichert werde, sagte Bentz: "Im Angesicht von KI brauchen wir mehr Theologie, nicht weniger."

Theologie bereichere nicht nur Wissenschaft und Gesellschaft, sondern auch den Wandel der Lebensrealität von Kirche. So begleite die Theologische Fakultät den Transformationsprozess des Bistums Paderborn wissenschaftlich. Dabei liefert sie laut Bentz einen wichtigen Beitrag – durch die kritische Kraft, Voraussetzungen zu hinterfragen und zu herausfordernden Ergebnissen zu kommen.

Standort Paderborn

Die Perspektive des theologischen Standorts Paderborn stimme angesichts zahlreicher neuer Studierender zuversichtlich, sagte der Erzbischof. Zum 1. September 2027 sollen der Studiengang der Angewandten Theologie und die verbundene Einrichtung des Instituts für Angewandte Theologie von der Katholischen Hochschule an die Theologische Fakultät Paderborn umziehen.

"Darin liegt die Chance, die Theologie am Standort Paderborn insgesamt zu stärken und ihre wissenschaftliche Qualität weiterzuentwickeln", betonte Bentz. Sobald beide Studiengänge an der Theologischen Fakultät zusammenkämen, könnten sie durchlässiger gestaltet werden: Bei weiter erkennbaren, unterschiedlichen Studienzielen würden gemeinsame Studienanteile und ein unkomplizierter Wechsel zwischen theorie- und praxisbetontem Studiengang ermöglicht. Der Leocampus, als Wohn- und Lebensmittelpunkt vieler Studierender, biete die Möglichkeit eines gemeinsamen Alltags. "So entsteht eine Gemeinschaft, in der wissenschaftliche Bildung, persönliche Entwicklung und die Suche nach der eigenen Berufung miteinander verbunden sind", so der Erzbischof.

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