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Erzbischof Koch: Freiheit der Medien verteidigen

Erzbischof kritisiert "abgeschottete Meinungsmilieus"

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Leipzig - Wenn sich bestimmte Meinungen in den sozialen Netzwerken nur selbst verstärken, wurmt das Erzbischof Koch. Er kritisiert Fehlentwicklungen und fordert von Medien, dass sie sich der Herausforderung stellen.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat zur Verteidigung der Pressefreiheit gemahnt. Sie sei durch die "digitale Medienrevolution" immer mehr herausgefordert, sagte Koch am Freitagabend in Leipzig. In seiner "Leipziger Rede zur Medien- und Pressefreiheit 2016" kritisierte er Fehlentwicklungen in den sozialen Netzwerken. So verurteilte der Erzbischof, dass sich bestimmte Auffassungen "zu abgeschotteten Meinungsmilieus verfestigen und zu dogmatischen Mainstreams erstarren, die außerhalb ihrer selbst nicht anderes mehr wahrnehmen wollen und schon gar nicht akzeptieren können".

Koch: Freiheit der Medien verteidigen

Koch warnte auch vor Eingriffen des Staates in die Freiheit der Medien. Dies sei nur als letztes Mittel erlaubt, da die Medien für Information, Kritik und Meinungsbildung unersetzlich seien. Der Erzbischof würdigte die diesjährigen Träger des Leipziger "Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien", die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül. Sie gehörten zu den Medienvertretern, deren "Einsatz für Freiheit und Demokratie keinen geringeren Preis hat als den ihrer eigenen Freiheit, ihrer eigenen demokratischen Grundrechte".

Der Erzbischof appellierte zugleich an die Medien, mit der Meinungsfreiheit verantwortlich umzugehen. Als Beispiel hob er die Satire hervor. Zwar seien Humor, Ironie und Polemik wertvolle Mittel, um Missstände pointiert zu kritisieren. "Aber mitunter hat man den Eindruck, als ob dabei die Werte und Gefühle des anderen gar nicht mehr zählten, als ob jegliche Empathie verloren gegangen wäre", bemängelte Koch. "Wie schnell ist dann die Grenze zum bloß noch zerstörerischen und zweckfreien Zynismus überschritten, der verletzt um der Verletzung willen." (KNA)

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