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Peter Dabrock über den Fortschritt in der Reproduktionsmedizin

Ethikrat-Chef: Bei neuen Familienmodellen offen sein

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München - Was wäre, wenn zwei Männer irgendwann gemeinsam Kinder zeugen könnten? Der Ethikrat-Chef und evangelische Theologe Peter Dabrock wirbt für Offenheit bei der Reproduktionsmedizin.

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, wirbt mit Blick auf die Reproduktionsmedizin für eine größere Offenheit "gegenüber Familienkonstellationen, die vom tradierten Modell abweichen". Entscheidend sei, dass Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, sagte der evangelische Theologe der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Über die Art und Weise, wie ein Kind gezeugt werde, müsse man dann nicht an erster Stelle nachdenken.

Der Erlanger Ethiker äußerte sich mit Blick auf zwei japanische Biologen, denen es kürzlich erstmals gelungen war, aus Hautzellen von Mäusen weibliche Eizellen zu züchten. Falls ihre Methode auf den Menschen übertragbar ist, könnte dies die gesamte Zeugung von Menschen aus den Angeln heben: Frauen würden dann unabhängig von natürlicher Zeugung; schwule Männer könnten aus ihrer Haut Eizellen gewinnen und mit dem Sperma ihres Partners genetisch eigene Kinder erzeugen.

Dabrock: Keine Verurteilung der Reproduktionsmedizin

Dabrock räumte ein, dass es viele Menschen abstoße, wenn Wege eingeschlagen würden, die in der Natur nicht vorkämen. Eine moderne und leistungsfähige Medizin gebe es erst seit rund 100 Jahren. Bis dahin aber hätten Menschen immer die Erfahrung gemacht, "dass wir uns nicht uns selbst verdanken". Diese Prägung bestimme "ganz erheblich das Selbstverständnis dessen, was wir sind". Gleichzeitig nutzten aber viele Menschen, wenn sie selbst betroffen seien, die Möglichkeiten der modernen Medizin: Sie ließen sich Organe verpflanzen oder kontrollierten ihre Fruchtbarkeit durch Hormone.

Speziell mit Blick auf neue Methoden der Reproduktionsmedizin warnte Dabrock davor, Menschen zu verurteilen, die diese Techniken nutzen. "Ob es einem passt oder nicht, man muss doch erst einmal zur Kenntnis nehmen, wenn Menschen, die nicht so einfach ein Kind bekommen können, dennoch eine solche Verantwortung übernehmen möchten, und zwar mit genetisch eigenen Kindern", sagte er. (KNA)

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