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Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz für sozialpolitische Fragen tagt in Augsburg

Experte: Kirche kann Angst vor demografischem Wandel nehmen

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Zwei Senioren genießen auf einer Bank die herbstlich gefärbte Parklandschaft.
Augsburg - In der Augsburger Fuggerei tauschten sich Experten über aktuelle Fragen der Sozialpolitik aus. Ihr Fazit: Die Kirche ist ein wichtiger Handlungsträger in Fragen der sozialen Gerechtigkeit – auch mit Blick auf den demografischen Wandel.

Die Kirche sollte eine wesentliche Rolle beim Umgang der Gesellschaft mit dem demografischen Wandel spielen – das fordert Axel Börsch-Supan, Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in München. Die Kirche sei ein wichtiger Handlungsträger in Fragen der sozialen Gerechtigkeit, sagte Börsch-Supan nach Angaben des Bistums Augsburg am Mittwoch in der Augsburger Fuggerei. "Ich glaube, die Kirche kann viel dadurch tun, dass sie den Menschen die Angst vor dem demografischen Wandel nehmen kann."

Die gut 500 Jahre alte Fuggerei ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Dort tauschten sich jetzt Experten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme und aktuelle Fragen der Sozialpolitik aus. Das Gespräch fand im Rahmen der Tagung der "Arbeitsgruppe für sozialpolitische Fragen der Kommission VI" der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) statt. Die Arbeitsgruppe wird vom Augsburger Weihbischof Anton Losinger geleitet.

Aufgabe der Kirche: "Vermitteln, dass wir keine Angst haben müssen"

Börsch-Supan erklärte: "Demografischer Wandel ist ja auch eine Chance, viele Menschen werden ja gesund älter und haben die Möglichkeit, Enkel und Urenkel zu erleben. Zu vermitteln, dass wir keine Angst haben müssen, das kann auch eine Aufgabe der Kirche sein." Der Wissenschaftler ergänzte, zusätzlich seien politische Maßnahmen wie die sukzessive Erhöhung des Rentenalters nötig.

Weihbischof Losinger sagte, die Arbeitsgruppe sei ein "Thinktank" der DBK. "Unser Ziel ist es, auf Ungleichgewichte in der Gesellschaft aufmerksam zu machen und Menschen für ein eigenverantwortliches Leben stark zu machen." Dabei konzentriere man sich auf Fragen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft beträfen. "Vielleicht ist die Kirche hier durch ihre Jahrhunderte lange Erfahrung mit ihrer katholischen Soziallehre so etwas wie ein treuer Makler, damit das Gemeinwohl des Ganzen im Blick bleibt." (KNA)

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